Phorum-Ursellis -> OBERURSELER-FOREN (Übersicht, Links und Zitate) -> ALLE Forumsthemen.......
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
 Bilder : Altenwohnheim Kronberger Str.7      Verfasst am: 22.06.2004, 14:49       Nach oben   




 BAUEN+SOZIALES : Altenwohnanlage Kronberger Str.7      Verfasst am: 21.06.2004, 11:58       Nach oben   


Weiterleitung zum Thema Wer hat das Sagen in Oberursel ?
Weiterleitung zum Thema BAU+POLITIK : Altenwohnanlage Kronberger Str.7

Betreff : Wer hat das Sagen in Oberursel ? Autor: Siegfried Datum: 09.05.2004 17:38:37
Mit Erstaunen las ich in der FR vom 7.5. die Koalition von CDU/OBG/FDP dringt auf eine schnellstmögliche Räumung der Altenwohnanlage in der Kronberger Str. und deren Abriss. Die alten Herrschaften sollten zwar nicht rausgeprügelt, aber schnellstens in "attraktive Alternativwohnungen" umziehen.
Erst vor ca. 3 Wochen stand in der FR bis die Einrichtung endgültig "entmietet" sei sollten dort nach dem Wunsch von Bürgermeister Brum Frauen aus dem total überfüllten Frauenhaus eine vorübergehende Bleibe finden.
Wo sollen die jetzigen Mieter denn hin ? Die Altenwohnanlagen in Oberursel sind belegt und "attraktive Alternativwohnungen" (CDU-Fraktionschef J. Weiße) können die wenigsten bezahlen.
Ich finde das Hin und Her zwischen dem SPD-Bürgermeister und der CDU/OBG/FDP-Fraktion langsam ziemlich unerträglich, denn man hat den Eindruck es geht nicht um die Bürger oder die Stadt sondern um eine Demonstration der Macht.


Betreff : Frage an die Stadtverwaltung Autor: B+A Datum: 11.05.2004 00:12:38
Wäre denn die "hochgradig defizitäre Anlage" nach einer zusätzlichen Nutzung als "Frauenhaus" einigermassen kostendeckend ??

Eine vernünftige Bewirtschaftung vorausgesetzt (...siehe Malheur mit der Heizungsanlage)


Betreff : BAU+POLITIK : Altenwohnanlage Kronberger Str.7 Autor: Kermit Datum: 11.05.2004 08:49:50
Es sind wohl ca. 800.000 Euro nötig um die Anlage wieder auf Vordermann zu bringen (Zahlen stehen auch im o.g. Artikel).
Da unser früherer Bürgermeister Krämer das Haus abreißen lassen und das Grundstück meistbietend verscherbeln wollte wurde nie was dran gemacht. Er war ja auch gegen die vorübergehende Nutzung durch wohnraumsuchende Frauen aus dem Frauenhaus.
Ich fand es daher sehr schön dass Bürgermeister Brum da anders dachte und die Wohnungen vermieten wollte.
Aber da ist ja die Partei mit dem "C" im Namen dagegen.


Betreff : BAU+POLITIK : Altenwohnanlage Kronberger Str.7 Autor: B+A Datum: 11.05.2004 16:01:23
Es wird doch wohl keine 800.000,- € kosten, etwas Schimmel zu entfernen, die Heizanlage zu warten und für ein dichtes Dach und einigermassen verkehrssichere Balkone zu sorgen (...die Leute wohnen doch beim jetzigen Zustand auch ganz zufrieden, wenn ihnen nicht gerade das Zimmer durch einen Heizungsrohrbruch geflutet wird)

Es ist wie beim DGB-Haus (...wenn keine luxuriöse Kompettsanierung drin ist, wird lieber grad´gar nichts gemacht)

PS:
Ich hatte vor wenigen Wochen ein interessantes Gespräch mit einem der Bewohner (...mal seh´n, ob ich dem netten Herrn hier als Ghostwriter dienen kann)


Betreff : BAU+POLITIK : Altenwohnanlage Kronberger Str.7 Autor: Kermit Datum: 11.05.2004 19:47:20
Es heißt immer es sei so teuer das Haus instand zu setzen weil so lange nichts dran gemacht wurde.
Und je länger man wartet umso teurer wird es ...
Es wurde vielleicht nichts dran gemacht weil alte Leute keine Lobby haben oder weil schon unser Ex erkannte: Haus abreißen, neu bauen und teuer vermieten bringt mehr als Geld ein als vorhandene Wohnungen relativ billig an ältere Menschen mit wenig Geld oder wohnungssuchende Frauen mit auch wenig Geld zu vermieten.
Die meisten Bewohner haben auf dem Oberurseler Wohnungsmarkt keine Chance (die anderen Altenwohnanlagen sind zudem belegt und teurer), die Frauen aus dem Frauenhaus mit ihren Kindern auch nicht.
Spielt wohl keine Rolle, Hauptsache das Haus wird geräumt und die Bewohner irgendwo untergebracht, damit wieder einige lukrative Wohneinheiten gebaut werden können.


Betreff : BAU+POLITIK : Altenwohnanlage Kronberger Str.7 Autor: B+A Datum: 12.05.2004 12:46:41
ZITAT aus "Wer hat das Sagen in Oberursel ?
___________________________________________________________
Betreff : Wer hat das Sagen in Oberursel ? Autor: Joachim Weisse Datum: 12.05.2004 09:01:40
Hallo Siegfried, zu dem Artikel in der Rundschau kann ich nur sagen, daß es nicht zutreffend ist, daß es zwischen der CDU und dem Bürgermeister eine Absprache bezüglich des Termins gibt. Der Artikel in der Taunuszeitung war übrigens einen Tag später.
Außerdem ist es doch nicht schlimm, wenn man das gleiche Ziel hat und über den Weg verschiedene Vorstellungen hat und darüber diskutiert. Ich denke wir wollen alle das gleiche: Oberursel voranbringen. Das es hierzu verschieden politische Ansichten ist gut und bereichert die Diskussion mit vielen Ideen für die beste Lösung. Seien Sie versichert, daß wir nicht gegen den Bürgermeister sondern zussammen, wie auch bei Gerd Krämer, für Oberursel arbeiten wollen.
_________________________________________________________________________________________Zitat Ende


Fein,
wenn alle so gut zusammenarbeiten, können die Frauen ja morgen einziehen (...und die Alten weiter im Park spazieren gehen)

Es gibt befristete Mietverträge (...und in der Zwischenzeit kann man gemütlich über die Neugestaltung des Areals in 2, 5, 10 oder gar 20? Jahren nachdenken)

Und wenn sie nicht gestorben sind (..spazieren sie dort noch im Jahr 2020)


Betreff : BAU+POLITIK : Altenwohnanlage Kronberger Str.7 Autor: Sigi Datum: 20.06.2004 12:40:50
Man glaubt es nicht ! Die CDU Oberursels änderte einen Antrag der Grünen und das Stadtparlament beauftragte den Magistrat ein Konzept zu entwickeln wie wohnungssuchende Frauen und von der Obdachlosigkeit bedrohte Familien Wohnungen zur Zwischenvermietung vermittelt werden können.
Ich stimme Herrn Winter von der SPD zu der von einer "perversen Diskussion" spricht, da die Stadt 20 Wohnungen in der Seniorenwohnanlage hat, die noch einige Jahre leer stehen werden.
Neulich meldete das Frauenhaus es habe letztes Jahr über 150 Frauen mit Kindern nicht aufnehmen können da die sort wohnenden Frauen keine Wohnungen finden.
Die CDU Oberursels hat doch kein wirkliches Interesse an der Lösung dieses Problems, sie setzte doch ihren Antrag der "schnellen und sozialen Räumung" der Altenwohnanlage durch um hier ein anderes, lohnenderes Projekt zu bauen.
Welches Konzept soll der Magistrat denn entwickeln dass der Koalition von CDU/FDP/OBG genehm ist und vor allem nichts kostet ?


Betreff : BAU+POLITIK : Altenwohnanlage Kronberger Str.7 Autor: Bananebrötsche Datum: 21.06.2004 12:58:58
Na, das "C" im Parteinamen steht ja schon ziemlich lange für "Cash" und für nichts anderes mehr....


Zuletzt bearbeitet von ... am 21.06.2004, 11:58, insgesamt 9-mal bearbeitet


 PRESSEBERICHTE      Verfasst am: 19.06.2004, 09:25       Nach oben   


Bericht der Frankfurter Rundschau vom 08.04.04
Zwei Jahre Leerstand und Stillstand

Stadt tut sich schwer mit Zeitmietverträgen für Frauen in der Altenwohnanlage Kronberger Straße 7 / Abriss geplant
In der Altenwohnanlage Kronberger Straße stehen 20 Wohnungen leer, die anderen 20 sind vermietet. Saniert wird nicht mehr, weil die Stadt Haus und Grundstück verkaufen will. Geprüft wird aber eine befristete Vermietung der leeren Wohnungen an in Not geratene Frauen. Die CDU ist dagegen.
VON LIA VENN

Oberursel · 7. April ·Noch leben Mieter in der Kronberger Straße 7 - und sie fühlen sich wohl dort. Zum Beispiel wegen des vielen Grüns rundherum: "Wir gehen in der Außenanlage sehr oft spazieren", erzählt Maria Müller (Name geändert), die mit ihrem Mann in der Altenwohnanlage lebt. Seit 1988 sind sie Mieter einer 37 Quadratmeter kleinen Zweizimmerwohnung. "Die leer stehenden Wohnungen machen uns nichts aus, wir fühlen uns hier wohl. Wären die allerdings belegt, käme natürlich auch Geld rein und dann würde vielleicht wieder mehr am Haus gemacht", überlegt Maria Müller, "voll bewohnte Häuser sind in besserem Zustand."

Dass die leeren Wohnungen seit 1998 nicht mehr vermietet werden und auch nur das Allernötigste an der Anlage gemacht wird, ist von der Stadt so gewollt. Der frühere Bürgermeister Gerd Krämer (CDU) begründete die Entscheidung damals mit der "hochgradig defizitären" Bewirtschaftung.

Tatsächlich sind die Mieten günstig. Müllers bezahlen für ihre Wohnung 248 Euro Kaltmiete. Eine höhere Miete aber sei bei der kleinen Rente ein großes Problem - "für alle hier, nicht nur für uns", sagt Maria Müller. Die 1964 gebaute Anlage soll mittelfristig verkauft werden, deshalb werden die leer stehenden Wohnungen auch nicht mehr vermietet. Vermutlich wird das Haus dann abgerissen. Es behindere die Entwicklung der vorhandenen Flächen, sagt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) auf FR-Nachfrage. "Aber wir können niemanden vor die Tür setzen, das wird sozialverträglich abgewickelt und ist sicher noch ein Prozess von zwei bis drei Jahren", sagt Brum. Konkrete Planungen gebe es aber noch nicht. Ältere Menschen könnten künftig in den anderen städtischen Wohnanlagen unterkommen, "allerdings nicht mehr so günstig", vermutet der Rathauschef.

Teuer wäre es indes auch, die Anlage zu sanieren. Die CDU wollte in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten vom Magistrat wissen, welche Kosten auf die Stadt zukämen. Nach Einschätzung der Kämmerei müssten für unbedingt notwendige Reparaturen etwa an den Balkonen, an der feuchten Wand in Saal und Treppenhaus sowie für Schimmelbekämpfung 169 500 Euro ausgegeben werden. In den nächsten zehn Jahren kämen bei Weiterbetrieb nochmal 685 000 Euro für Sanierungen dazu.


Vermietung an Frauen in Not

"Die hohen Kosten sind objektiv da, aber sie wurden vorsätzlich herbeigeführt, weil eben nichts mehr repariert wurde", kritisiert SPD-Fraktionschef Eggert Winter. Zudem habe es durch den Leerstand "jahrelange Verluste bei Mieteinnahmen" gegeben. Deshalb will die SPD die leeren Wohnungen an in Not geratene Frauen vermieten, denen damit auch geholfen werde.

Der Verein "Frauen helfen Frauen" hatte den Vorschlag vor zwei Jahren gemacht, weil das Frauenhaus nicht allen Betroffenen Platz bieten könne. "Die Frauen bleiben dort bis zu einem Jahr, weil sie auf dem bezahlbaren Wohnungsmarkt nichts finden", erklärt Kay Möller vom Verein. Dadurch fehle Platz für diejenigen, die wegen akuter Gefahr durch ihre Partner sofort aus ihrer Wohnung ausziehen müssten. Die Mietverträge könnten auf ein Jahr befristet werden. So könnten die Frauen, die sich bereits stabilisiert hätten, von dort aus in Ruhe etwas anderes suchen. Die Befristung ist nach Einschätzung Brums notwendig, weil ein potenzieller Käufer ein geräumtes Haus bevorzuge. Sind noch Mieter da, kann nicht abgerissen werden.

Der Magistrat hatte den Vorschlag zur Entlastung des Frauenhauses unter Krämer abgelehnt, die CDU tut das heute noch. "Wegen der defizitären Haushaltslage müssen wir die Anlage verkaufen", findet CDU-Fraktionschef Joachim Weiße.

CDU sperrt sich
Befristete Mietverträge lasse das Mietrecht zudem nicht zu. Nach Einschätzung der SPD gebe es da aber "durchaus" Möglichkeiten. Im Bürgermeisterwahlkampf hatte Brum die Ablehnung des Vorschlags als "soziale Kälte" beschimpft. "So sehe ich es auch immer noch", betont er. Zusammen mit "Frauen helfen Frauen" werde eine Nutzung der leer stehenden Wohnungen zurzeit geprüft. Mit Ergebnissen rechnet Brum im Sommer dieses Jahres.

Bewohner der Kronberger Straße 7 würden nicht gestört fühlen: "Die Frauen sollen ruhig kommen, wir haben damit keine Probleme. Und die Stadt hätte sogar mehr Mieteinnahmen", sagt Maria Müller.


Bericht der FR vom 07.05.04
Senioren sollen schnellstmöglich raus
Koalition drängt auf Eile beim Abriss der Altenwohnanlage Kronberger Straße / Hilfe beim Umzug

In einem gemeinsamen Antrag fordern CDU, FDP und OBG, die städtische Altenwohnanlage in der Kronberger Straße 7 schnellstmöglich zu räumen, abzureißen und die Mieter sozialverträglich umzusiedeln. Grund seien die voraussehbar hohen Sanierungskosten. 20 der 40 Wohnungen sind noch vermietet.
VON LIA VENN

Oberursel · 6. Mai · Die "schnellstmögliche Umsetzung" des Antrags sei ein juristischer Begriff. : "Gemeint ist, so schnell, wie es sozialverträglich geht, wir können die Leute ja nicht rausprügeln oder sowas," sagt CDU-Fraktionschef Joachim Weiße.

Mit "sozialverträglich" ist gemeint, dass die Mieter Hilfe wie Beratung oder finanzielle Unterstützung bekommen sollen. "Meinetwegen auch einen Zuschuss, wenn die Miete höher werden würde, als sie jetzt ist", sagt Weiße, "das ist besser, als weiter sinnlos Steuergeld zu verschwenden." Den Mietern müsse eine "attraktive Alternative" geboten werden, findet FDP-Fraktionschef Stefan Ruppert: "Das alles geht natürlich nur freiwillig." Für das nur noch zur Hälfte vermietete Haus müsse eine Perspektive geschaffen werden, "damit uns das wieder Kapital einbringt", so Ruppert.

"Wir möchten lieber hier wohnen", sagt Martin Müller (Name geändert), der seit 1988 mit seiner Frau in einer 37 Quadratmeter kleinen Zweizimmerwohnung in der Kronberger Straße 7 lebt: "Es ist nicht weit in die Stadt, alles in der Nähe und wir haben den schönen Park", begründet der Rentner seinen Wunsch zu bleiben, "was wir hier haben reicht uns."


Gesellschaft soll Haus räumen

Nach Vorstellung von CDU, FDP und OBG soll die Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft die Räumung abwickeln, das Haus vermarkten und die städtischen Grundstücke in der Kronberger Straße neu verwerten. Der Magistrat solle noch in diesem Jahr Vorschläge zur bauplanerischen Neuordnung des Areals unterbreiten. Aufgrund der Fraktionsmehrheit wird der Antrag in der Versammlung der Stadtverordneten am 13. Mai wohl angenommen. "Wenn aber die Verwaltung sagt, das geht nicht, hat sich das", sagt Ruppert.

Der Entschluss, die Anlage aufzugeben, stammt noch aus der Zeit des früheren CDU-Bürgermeisters Gerd Krämer, der mit "hochgradig defizitärer Bewirtschaftung" argumentierte. Nach Schätzung der Kämmerei würde eine komplette Sanierung über 850 000 Euro kosten. "Bei unserem defizitären Haushalt können wir nicht mehr jahrelang Tausende von Euro da reinbuttern", sagt Krämers Parteikollege Joachim Weiße.

Bis die Einrichtung endgültig "entmietet" sein wird, also kein Mieter mehr dort wohnt, sollten nach dem Wunsch von Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) und dem Verein "Frauen helfen Frauen" die leer stehenden Wohnungen für Frauen in Not befristet zur Verfügung stehen. So solle das überbelegte Frauenhaus entlastet werden. Diese Überlegung sei aber am "heftigen Widerstand der Koalition" gescheitert. "Wir bearbeiten die Fälle zurzeit individuell und suchen andere Lösungen", sagt Brum.

Der Vorstoß der drei Mehrheitsparteien, die Anlage nun doch "schnellstmöglich" abzureißen, überrascht Brum - insofern, als "alles was sie fordern, ohnehin schon getan wird". Mit dem Antrag würden "offene Türen eingerannt, das ist ja alles nicht neu". Sie haben den Antrag gestellt, "damit endlich mal was umgesetzt wird", begründet CDU-Fraktionschef Weiße, "es macht keinen Sinn, dass sich das ewig so hinschleppt".

Erste Ideen für eine weitere Nutzung gibt es nach Angaben Brums bereits. "Wir führen dazu auch schon Gespräche, festlegen wollen wir uns aber noch nicht, wir sind für verschiedene Richtungen offen", sagt der Rathauschef.

Die noch vorhandenen Mieter "sozialverträglich" umzusiedeln sei allerdings ein Prozess, der Zeit brauche. "Da sehe ich in der geforderten Eile einen Widerspruch, wir hatten uns auf einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren geeinigt", sagt Brum.


Bericht der FR vom 02.06.04
NACHGEFRAGT
"Mut zur Anzeige"
Schläge und Tritte sind für sie Alltag: Viele Frauen leiden unter häuslicher Gewalt und werden von ihrem Partner misshandelt. Im Jahr 2003 suchten 112 Frauen wegen akuter Bedrohungen Hilfe beim Verein "Frauen helfen Frauen". Wohnungsverweise sind der erste Schritt, garantieren aber keine Sicherheit, erklärt Sozialarbeiterin Eva Beyer FR-Mitarbeiterin Sabrina Mierisch.



Frankfurther Rundschau: Was passiert, wenn eine misshandelte Frau die Polizei verständigt?

Eva Beyer: War der Partner wirklich gewalttätig, muss er für 14 Tage seinen Wohnungsschlüssel abgeben.

Wie sicher ist die Frau dann?

Eine Garantie gibt es nicht, die Polizei stellt keinen Bodyguard vor die Tür. Taucht der Ehemann trotzdem wieder auf, macht er sich strafbar und die Frau sollte erneut die Polizei rufen.

Ist das wirklich genug Schutz ?

Erfahrungsgemäß halten sich die Männer an den Wohnungsverweis und die Polizei ist rasch vor Ort, wenn sie verständigt wird. Das hat sich in den letzten Jahren verbessert. Wirklich sicher ist die Frau nur bei Freunden oder im Frauenhaus.

Wie geht es weiter?

Die Frau kann beim Familiengericht beantragen, die Wohnung alleine zu nutzen, erstmal für ein halbes Jahr. In dieser Zeit kann sie sich neu orientieren.

Was raten Sie Frauen?

Sie sollten Anzeige erstatten, auch wenn das eine Mutprobe ist. Aber so fühlen die Frauen, dass sie sich wehren können. In den meisten Fällen sollten sie sich von ihren Partner trennen. Denn in der Regel gilt: Wer einmal schlägt, schlägt immer wieder.


Bericht der FR vom 02.06.04
Wohnungsnot quält Frauen
Verein kann oft nur mit Beratung helfen, nicht mit Unterkunft

Oberursel · 1. Juni · rmu · 63 Frauen mit 45 Kindern haben im vergangenen Jahr im Oberurseler Frauenhaus vorübergehend Schutz gesucht. Dies teilt Eva Beyer vom Verein "Frauen helfen Frauen" mit. Ein großes Problem sei, dass viele Frauen länger bleiben müssten als eigentlich notwendig. "Im Hochtaunuskreis gibt es fast keine bezahlbaren Wohnungen." Dies sei eine dramatische Situation, besonders weil 156 Frauen mit 173 Kindern nicht aufgenommen werden konnten - "weil kein Platz frei war".

In der Beratungsstelle des Vereins wurden im vergangenen Jahr 239 Frauen beraten. Die häufigsten Probleme dabei waren Bedrohung oder Misshandlung, psychische Notlagen und Wohnungsnot. Viele Frauen suchten eine kleinere, billigere Wohnung, um sich vom Partner trennen zu können. Andere lebten mit ihren Familien in zu teuren Wohnungen, die vom Sozialamt nicht mehr bezahlt würden. Mütter blieben mit ihren Kindern nach der Trennung manchmal in der ehelichen Wohnung, weil sie nichts anderes finden. Dies wird laut dem Verein in Zukunft sogar noch vermehrt der Fall sein, wenn Frauen die Wohnungszuweisung nach dem seit Januar 2002 gültigen Gewaltschutzgesetz beantragen.

Diese Wohnungen seien jedoch oft zu groß und zu teuer. Werde dann durch die Trennung der Bezug von Sozialhilfe notwendig, erhalte die Frau vom Sozialamt die Aufforderung, sich innerhalb von sechs Monaten eine billigere Wohnung zu suchen. Andernfalls werden Mietkosten nur noch zum Teil übernommen. "Für die Frauen ist das ein schier unlösbares Problem", heißt es in dem Tätigkeitsbericht des Vereins. Überall existierten lange Wartelisten - auch für dringende Fälle.


Bericht der FR vom 19.06.04
Wohnraum für Frauen gesucht
CDU und Grüne fordern Konzept / SPD: "Perverse Diskussion"
Die Stadt soll zusammen mit den in Oberursel tätigen Wohnungsbaugesellschaften ein Konzept entwickeln, wie wohnungssuchenden Frauen und von Obdachlosigkeit bedrohten Familien Wohnungen zur Zwischenvermietung vermittelt werden können.


Oberursel · 18. Januar · jüs · Damit hat das Stadtparlament den Magistrat beauftragt. "Wir möchten an alle Frauen denken", sagte Susanne Kügel (CDU), die für ihre Partei begründete, warum die Rathaus-Koalition einen Antrag der Grünen in ihrem Sinne geändert hat. Den Grünen ging es vor allem darum, Wohnungen für Frauen zu finden, die zuvor im Frauenhaus untergebracht waren, dessen Schutz aber nicht mehr benötigen. Aus diesem Grund wollten sie auch den Verein Frauen helfen Frauen bei der Suche nach einem Konzept integrieren. Das lehnte CDU-Sprecher Joachim Weiße unter Hinweis auf die "Kompetenz der Stadt" ab.

Es werde eine "perverse Diskussion" geführt, sagte Eggert Winter (SPD), weil die Stadt 20 Wohnungen in der Seniorenwohnanlage Kronberger Straße habe, die wohl noch für einige Jahre leer stünden.


Zuletzt bearbeitet von ... am 19.06.2004, 09:25, insgesamt 6-mal bearbeitet


Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Phorum-Ursellis -> OBERURSELER-FOREN (Übersicht, Links und Zitate) -> ALLE Forumsthemen.......
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  







 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren   ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen  LoginLogin