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 BAU+SOZIAL: BARRIEREFREIES OBERURSEL      Verfasst am: 22.09.2004, 07:51       Nach oben   


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Eine barrierefreie Stadt nach dem Modell des BarcelonaProjekts am Beispiel der Stadt Karlsruhe


 PRESSEBERICHTE      Verfasst am: 21.09.2004, 08:58       Nach oben   


Printausgabe der TZ vom 21.09.2004
Grünen-Antrag zu Barrierefreiheit abgelehnt
Oberursel. Die Stadt Oberursel wird der Erklärung von Barcelona nicht beitreten. Ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion wurde im Stadtparlament von der Mehrheit aus CDU, OBG und FDP abgelehnt. «Mit dem Antrag wollten wir in Oberursel ein Bewusstsein schaffen für das Thema Barrierefreiheit», sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christina Herr. Zunächst habe es Anzeichen für eine konstruktive Zusammenarbeit aller Fraktionen gegeben, die Stimmung sei aber dann «gekippt». Fraktionsübergreifende Gespräche seien von den Grünen angeboten, von den anderen Fraktionen aber nicht mehr als notwendig erachtet worden, sagte Herr.
Mit dem Beitritt zur Erklärung von Barcelona «Die Stadt und ihre Behinderten» gehe die Stadt keine finanziellen Verpflichtungen ein, stellte die Grünen-Politikerin heraus. «Es liegt an uns, wie viel Geld wir ausgeben wollen», sagte sie. Ohne den Beitritt zur Erklärung gebe es in Oberurseler keine Kontrollpunkte für Barrierefreiheit, «da bleibt es dann bei der Beliebigkeit». Mit einer Ablehnung werde für Oberursel eine «große Chance vertan».

Reinhard Stoll (Wilo) bedauerte, dass es zu keinem Konsens unter den Fraktionen gekommen sei. «Einen Beitritt zu Barcelona hätte Oberursel gut zu Gesicht gestanden.» Auch SPD-Fraktionschef Dr. Eggert Winter sprach sich für einen Beitritt zur Erklärung aus. «Es ist zwar schon einiges getan worden für die Barrierefreiheit, aber wir haben noch viele Defizite», sagte er.

CDU-Fraktionschef Joachim Weiße war anderer Auffassung. «Wir sind bei der Barrierefreiheit weiter als andere Städte, 90 Prozent der Vorhaben sind bereits umgesetzt», stellte Weiße heraus. Barrierefreiheit sei aber auch nicht überall realisierbar, wie beispielweise auf dem Marktplatz. Dennoch werde die Stadt den eingeschlagenen Weg fortsetzen. (new)


Printausgabe der TZ vom 03.08.2004
Grüne setzen auf Gesprächsrunde
Oberursel. Die Oberurseler Grünen hoffen – trotz der hitzigen Diskussion in den vergangenen Tagen – auf einen von allen Fraktionen getragenen Antrag zum Thema «barrierefreies Oberursel». Sie wollen nun die Vorsitzenden und sozialpolitischen Sprecher aller Fraktionen für Ende August zu einem Gespräch einladen. Wie berichtet, haben sich CDU, FDP und OBG dagegen ausgesprochen, der Erklärung von Barcelona «Die Stadt und die Behinderten» beizutreten. Dies ist eine zentrale Forderung im Antrag der Grünen.

Die Argumentation der Koalition und der Wilo-Freie Wähler zeigt nach Ansicht der Grünen, dass bei den «anderen Fraktionen noch erhebliche Missverständnisse über den Antrag» bestehen. «Die Erklärung von Barcelona ist eine Selbstverpflichtung gegenüber behinderten Menschen in unserer Stadt, sie bedeutet keine Zahlungsverpflichtung gegen irgendwen und führt auch nicht zu unabsehbaren finanziellen Folgen», sagt Christof Fink. Der Fraktionschef reagiert damit auf eine Äußerung Joachim Weißes (CDU), Forderungen aus der Erklärung von Barcelona könne die Stadt aus Kostengründen nicht umsetzen.
Die einzige Forderung der Grünen, die mit finanziellen Folgen für die Stadt verbunden wäre, sei der zusätzliche Wunsch seiner Fraktion, eine, zumindest eine halbe Stelle für einen Behindertenbeauftragten im Rathaus einzurichten, so Fink. Auch der Vorschlag, ein Konzept zu erarbeiten, wie Barrieren beseitigt beziehungsweise in Zukunft vermieden werden könnten, ist nach Ansicht des Fraktionschefs «im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel» umsetzbar. «Wer hier von einer Mogelpackung redet, hat unser Konzept nicht verstanden.» (mj)


Bericht der FR vom 30.07.04
WILO:
Erklärung von Barcelona bekundet guten Willen


Oberursel · 29.Juli · ave · Den Beitritt zur Erklärung von Barcelona, einem Manifest für barrierefreie Städte, hält die Wählerinitiative Lebenswertes Oberursel (Wilo) "eher für förderlich als für schädlich".
Vorrangig sei jedoch, in Oberursel Maßnahmen zu treffen, "damit Hindernisse - vor allem für Ältere und Behinderte - beseitigt werden", so Wilo-Sprecher Reinhart Stoll.
Das vor zwei Jahren vom Parlament beschlossene Geländer vor dem Heimatmuseum, das das Treppen steigen erleichtern soll, sei beispielsweise "bis heute nicht gebaut".
Nach Meinung der Wilo braucht die Stadt nicht "unbedingt der - zwar gut gemeinten - großartigen internationalen Erklärung" beizutreten. "Aber was ist schon dabei, die Erklärung von Barcelona zu unterschreiben?", fragt Stoll. Es sei eine Absichtserklärung. "Keiner verpflichtet sich durch die Zustimmung zu diesem Papier, sein letztes Hemd herzugeben", so Stoll.
Die CDU hatte davor gewarnt, dass der Beitritt die Stadt Oberursel auch Geld kosten würde.

Printausgabe der TZ vom 30.07.2004
WILO:
„Nicht der Beitritt ist entscheidend“

Oberursel. In die Diskussion um den Antrag der Grünen zum Thema «barrierefreies Oberursel» schaltet sich jetzt auch die Wilo-Freie Wähler ein. Im Gegensatz zu CDU, FDP und OBG sieht die Wählergemeinschaft einen Beitritt zur Erklärung von Barcelona «Die Stadt und die Behinderten» als «eher förderlich» an. «Es wäre eine Absichtserklärung zu helfen», sagt Fraktionsmitglied Reinhart Stoll. «Und keiner verpflichtet sich, durch die Zustimmung zu diesem Papier sein letztes Hemd herzugeben.»
Seiner Ansicht nach ist aber nicht die Frage Beitritt oder Nichtbeitritt entscheidend. «Wichtig allein ist doch, dass wir in Oberursel alle Maßnahmen treffen, damit Hindernisse – vor allem für Ältere und Behinderte – beseitigt werden», so Stoll. Seit Jahren setze sich seine Fraktion zum Beispiel für die Verlegung des Wochenmarktes auf den Epinayplatz ein, auch weil der schiefe Marktplatz für Ältere, Behinderte und Eltern mit Kinderwagen unzumutbar sei. Gehe es im Parlament jedoch um die Verlegung des Wochenmarktes, dann würden die Grünen all das vergessen, was sie zuvor mit Epos im Parlament vorgetragen hätten.
Auch die CDU kritisiert Stoll. Sie scheue sich, Erklärungen zu unterschreiben, die nicht aus der eigenen Feder stammten. «Das Wohl der Bürger bleibt bei solcher Handlungsweise auf der Strecke.» Der Stadtverordnete ist überzeugt: «Hindernisse in unserer Stadt könnten schnell behoben werden, wenn wir es nur wollen – mit und ohne Erklärung.» (mj)


Printausgabe der TZ vom 29.07.2004
FDP:
Liberale ärgern sich über „Pauschalantrag“

Oberursel. Die FDP wird dem Antrag der Oberurseler Grünen zum Thema «barrierefreies Oberursel» – wie er jetzt formuliert ist – nicht zustimmen. Das kündigte gestern Fraktionschef Dr. Stefan Ruppert an. Damit hat sich nach der CDU nun auch die FDP gegen den Vorschlag der Grünen ausgesprochen, der Erklärung von Barcelona «Die Stadt und die Behinderten» beizutreten. «Jede Partei kennt diese Art von Pauschalanträgen, die von der Bundesparteizentrale vorgeschrieben werden. Doch ist das Schema, wir treten einer Erklärung bei und beruhigen unser Gewissen, ohne dabei konkret etwas zu verändern, nicht der richtige Weg», sagte Ruppert. Nach Ansicht des Fraktionschefs ist es sinnvoll, «die Stärken und Schwächen unserer Stadt zunächst zu analysieren, bevor man konkrete Maßnahmen umsetzt».
Zu hohe Bordsteine, schlecht zugängliche Gebäude und Ampelphasen, die für gehbehinderte Menschen zu kurz sind, gebe es in Oberursel durchaus. Ruppert: «Es besteht Handlungsbedarf bei der Beseitigung dieser Probleme im öffentlichen Raum.» Er erinnerte an das Symposium im Sozial- und Kulturausschuss zum Thema Barrierefreiheit (TZ berichtete). Die Erörterung habe den Blick geschärft für Defizite und Maßnahmen zu ihrer Behebung, so Ruppert. Für künftige Planungen müsste eine Art Check-Liste zusammengestellt werden, damit zum Beispiel Eingänge von vornherein barrierefrei angelegt werden. «Außerdem müssen wir schauen, wo sich mit kleinem Aufwand positive Veränderungen erzielen lassen. Die FDP-Fraktion bezweifelt allerdings, dass man das gewünschte Ziel damit erreichen kann, wenn man dem Antrag der Grünen zustimmt.» Ruppert hofft nun darauf, dass ein «Kompromiss» gefunden wird. (mj)


Printausgabe der TZ vom 28.07.2004
CDU
wirft Grünen „Mogelpackung“ vor

Oberursel. Die Diskussion um den Antrag «barrierefreies Oberursel» der Oberurseler Grünen geht in eine neue Runde. Für die CDU-Fraktion steht fest: Ein Beitritt Oberursels zur Erklärung von Barcelona «Die Stadt und die Behinderten» – wie von den Grünen gefordert – würde für die Stadt Kosten mit sich bringen, «die sie nicht bewältigen kann». Forderungen aus der Erklärung könnten angesichts der Haushaltslage nicht umgesetzt werden, sagt CDU-Fraktionschef Joachim Weiße. «Das verschweigen die Grünen. Sie sollten daher erst einmal ihre Hausaufgaben richtig machen und umfassend über die Inhalte ihrer Anträge informieren.» Weiße reagiert damit auf den Vorwurf der Grünen, die CDU blockiere die Abstimmung über den Antrag. «Wenn es darum geht, eine Mogelpackung zu verhindern, dann sind wir gerne eine Barriere», sagt der Fraktionschef.
Die CDU will, wie berichtet, in der nächsten Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses eigene Vorschläge unterbreiten, wie in Oberursel «größtmögliche ´Barrierefreiheit» erreicht werden könnte. «Hierzu ist allerdings vorab eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Einrichtungen notwendig, um sich dann in einem zweiten Schritt Gedanken über bezahlbare Maßnahmen machen zu können», so Weiße. Den Vorwurf der Grünen, die CDU traue sich nicht, den Antrag abzulehnen, weisen die Christdemokraten zurück. «Wir haben kein Problem damit, den Antrag abzulehnen», sagt Wolfgang Kettenhofen, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion. Jetzt einen eigenen, umsetzbaren Antrag im Parlament einzubringen, würde aber eine weitere Zeitverzögerung bedeuten.
Ein Punkt, an dem sich der Streit zwischen den beiden Parteien entzündet hat, ist offenbar die Auslegung des Antragstextes der Grünen. Während die Grünen betonen, dass sie auf die Gleichstellung behinderter und und älterer Menschen hinwirken wollen, geht der CDU die «Begriffsbestimmung barrierefreies Oberursel für Behinderte» laut Kettenhofen nicht weit genug. Nicht nur Behinderte, auch ältere Menschen und junge Mütter mit Kinderwagen könnten bestimmte Gebäude ohne Hilfe nicht betreten. (mj)


Pressemitteilung der GRÜNEN zum Thema "Barrierefreies Oberursel" (26.07.2004)
CDU blockiert aus parteitaktischen Motiven
Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen "Barrierefreies Oberursel" ist nun über ein Jahr alt. Ziel des Antrages ist es, dass die Stadt Oberursel zur "Barrierefreien Stadt" erklärt wird. In Zukunft soll dann das gemeinsame Ziel von Verwaltung und Politik die Verhinderung neuer Barrieren in der Stadt sein.

Seit sieben Monaten nun blockiert die CDU-Fraktion mit angeblichem Beratungsbedarf die weiteren Beratungen. Selbst das Angebot der GRÜNEN Fraktion, grundsätzliche Entscheidungen zuerst zu verabschieden und dann ein gemeinsames Konzept aller Fraktionen zu erarbeiten, wurde bisher nicht angenommnen.
"Nun wird klar, was hinter dem Verhalten der CDU steckt: parteitaktisches Kalkül. Genug Zeit zu gewinnen, um uns Dinge zu unterstellen, die so nicht stimmen."

So ist in der Berichterstattung zu Veranstaltungen der CDU-Fraktion zum Thema Barrieren in Oberursel für Senioren zu lesen, den GRÜNEN gehe es nur um die Behinderten, die Interessen von älteren Menschen und Familien würden nicht berücksichtigt werden.
Allerdings wird bereits im Antrag der GRÜNEN-Fraktion klar formuliert, dass es darum geht, auf die "Gleichstellung behinderter und älterer Menschen hinzuwirken.". Auch in allen Diskussionsbeiträgen wurde stets betont, dass die Beseitigung von Barrieren allen Menschen in der Stadt nutzt.. "Seitens der CDU will man dies aber nicht hören, es passt offensichtlich einfach nicht in die Gegenstrategie", so Christina Herr.

"Auch die Bemühungen des sozialpolitischen Sprechers der CDU, mit ständigen Details eine grundsätzliche Beratung zu verhindern, zeigt die neue Strategie, da man sich nicht traut, den Antrag abzulehnen.", so Herr weiter.

Die Grünen versuchen seit Beginn der Beratung dieses Antrags, Bedenken der anderen Fraktionen zu berücksichtigen. Die Struktur des Antrags ist, durch den Beitritt zur Erklärung von Barcelona ein politisches Signal zu setzen und eine grundsätzliche Richtung zu bestimmen, durch eine Behindertenbeauftragte gezielt ganz speziellen Sachverstand in der Verwaltung zu schaffen und dann darauf aufbauend, ein allgemeines Konzept zu erstellen, dass der Verwaltung die Möglichkeit gibt, in Detailfragen selbständig an den entwickelten Grundlagen zu entscheiden. Nur so kann man zukunftsweisend Barrieren verhindern, nicht nur bestehende beseitigen.
"Statt sich grundsätzlich mit Barrierefreiheit auseinanderzusetzen, sammelt die CDU-Fraktion aber weiter Stolpersteine. Dass es bei unserem Antrag nicht um bestimmte Bordsteine und Bänke geht, ist scheinbar bei den CDU-Verantwortlichen selbst nach über einem Jahr noch nicht angekommen.", so Christina Herr. "Statt gemeinsam an dem Thema zu arbeiten und eine gemeinsame Vorgehensweise zu finden, macht nun die CDU-Fraktion mit dem Thema parteitaktische Spielchen um so das Thema selbst zu besetzen." so Herr weiter.

Sich mit Betroffenen zu unterhalten, ist sicherlich ein guter Weg und vor allen Dingen ein ganz wichtiges Instrument, um sich eine eigene Meinung zu bilden. "Diese wichtigen "Stolpersteine" der Betroffenen allerdings nun zu einem Stolperstein für diesen Antrag zu missbrauchen, ist mehr als schäbig, sowohl für die politischen Gegner als auch für die Betroffenen." so Herr abschließend.
Die Äußerungen von allen Betroffenen sollten eigentlich dazu führen, gemeinsam die Wichtigkeit zu erkennen und nicht grundsätzliche Anträge einfach zu blockieren.

"Wir freuen uns, dass sich die Fraktion der CDU unseren Antrag zum Anlass nimmt, um sich intensiv mit dem Thema "Barrierefreiheit" auseinanderzusetzen. Dass die CDU internen Beratungen nun aber eine weitere Beratung im Stadtparlament blockieren und damit eine Lösung für die Betroffenen verhindern, ist mehr als enttäuschend", so Herr abschließend, "in unseren Augen ist die größte Barriere in Oberursel derzeit die CDU-Fraktion."

Die GRÜNE Fraktion wird in der nächsten Ausschusssitzung nun darauf drängen, eine Entscheidung über den Antrag herbeizuführen und sich nicht mehr mit angeblichem Beratungsbedarf abspeisen lassen.



Antrag "Barrierefreies Oberursel" zur Stadtverordnetenversammlung am 26.06.2003
Die Stadt Oberursel tritt der Erklärung "Die Stadt und die Behinderten" ("Erklärung von Barcelona") vom 24.03.1995 bei.


Zur Umsetzung dieser Erklärung wird das folgende Konzept "Barrierefreies Oberursel" verabschiedet.
Konzept "Barrierefreies Oberursel"
Die Stadt Oberursel verpflichtet sich zunächst in folgenden Bereichen auf die Gleichstellung behinderter und älterer Menschen hinzuwirken:

Behindertenvertretung
Die Stadt Oberursel etabliert in der Stadtverwaltung eine/n Behindertenbeauftragte/n, die/der als Gesprächspartner für Politik und Verwaltung dient, Mitspracherecht bei sie/ihn betreffenden Entscheidungen hat und die Behindertenorganisationen vor Ort repräsentiert.
Dafür ist im Stellenplan mindestens eine halbe Stelle vorzusehen.

Öffentliche Gebäude, Straßen, Plätze und Wege
Alle unter der Beteiligung der Stadt Oberursel oder ihrer Gesellschaften errichteten und geförderten Baumaßnahmen und Einrichtungen (z.B. Ämter, Kultureinrichtungen, Spielplätze, etc.) werden grundsätzlich unter Beachtung der entsprechenden DIN Normen zum barrierefreien Bauen für Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen geplant und gestaltet. Bei Umbauten oder Renovierungen wird entsprechend verfahren. Zudem wird ein Maßnahmenkatalog zur barrierefreien Umgestaltung bestehender öffentlicher Gebäude und Einrichtungen entwickelt.
Darüber hinaus verpflichtet sich die Stadt Oberursel zu folgenden Maßnahmen:
Für das Rathaus der Stadt Oberursel wird eine Planung vorgelegt, wie dieses barrierefrei zugänglich gemacht und genutzt werden kann. Die Wege für Mobilitätsbehinderte werden deutlich ausgeschildert, Hörhilfen für Hörbehinderte installiert und eine Anlaufstelle für Hörgeschädigte geschaffen. Ebenso wird eine kontrastreiche und tastbare Ausstattung und Ausschilderung für Sehgeschädigte in leicht verständlicher Form und mit Symbolen versehen angebracht.
Die Stadt stellt sicher, dass zukünftig bei allen Wahlen und Bürgerentscheiden sämtliche Wahllokale barrierefrei zugänglich sind. Dabei wird auch sichergestellt, dass blinden Menschen durch die Bereitstellung entsprechender Hilfsmittel bzw. Hilfskräfte eine gleichberechtigte und geheime Wahl möglich ist. Eventuell nötige Übergangslösungen zur Verwirklichung dieses Zieles sind mit der Behindertenvertretung einvernehmlich zu regeln.
Neue und im Rahmen von Straßenbauarbeiten umzubauende Bordsteine von Bürgersteigen werden in Einmündungs- und Kreuzungsbereichen so abgesenkt, dass sie von Menschen mit verschiedenen Behinderungen barrierefrei und gefahrlos genutzt werden können. Zudem soll ein Maßnahmenkatalog für den Umbau bestehender Bordsteine erstellt werden.
Sämtliche neu aufgestellten Lichtzeichenanlagen werden mit akustischen Signalgebern für Blinde ausgestattet, die sowohl den Standort der Ampel anzeigen als auch die Grünphase. Bei bestehenden Lichtzeichenanlagen ist eine Umrüstung in Absprache mit der Behindertenvertretung zu prüfen und ein entsprechender Maßnahmenkatalog zu entwickeln.
Sofern es die Topographie zulässt, werden Fußgängerwege mit einem Längsgefälle von weniger als 6 % errichtet.
Alle mit öffentlichen Mitteln der Kommune geförderten Wohnungen sind barrierefrei nach den entsprechenden DIN Normen zu bauen. Bei Renovierungs- und Sanierungsarbeiten sind ebenfalls die entsprechenden DIN-Normen anzuwenden. Eine bevorzugte Vergabe barrierefreier Wohnungen an mobilitätsbehinderte Menschen ist vorzusehen.
Bei privaten Bauvorhaben wird, soweit öffentlich zugängliche Flächen bzw. Räume errichtet werden, auf die Einhaltung einer barrierefreien Gestaltung, die behinderten Menschen eine gleichberechtigte Nutzung ohne fremde Hilfe ermöglicht, besonders geachtet. Die Bauherren werden hierfür entsprechend beraten.
Falls die normgerechte Umsetzung o. a. Regelungen nur unter unverhältnismäßig hohem Aufwand realisierbar sein sollte, ist eine ausführliche Begründung der Ablehnung durch das jeweilige Fachamt notwendig. Vor der endgültigen Entscheidung ist der Behindertenvertretung Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

Öffentlicher Personennahverkehr
Die Stadt Oberursel nimmt Einfluss auf die Betreiber des ÖPNV, damit behinderten Menschen die gleichberechtigte Teilnahme am öffentlichen Nahverkehr ermöglicht wird. Im Einzelnen werden folgende Maßnahmen durchgeführt:
Sämtliche ÖPNV-Haltestellen müssen barrierefrei erreichbar und selbständig nutzbar sein, dies beinhaltet auch die Zugänglichkeit der Fahrplanaushänge. Zu diesem Zweck wird eine Planung erstellt, aufgrund derer stufenweise Um- bzw. Nachrüstungen und eine Verbesserung der Informationen vorgenommen werden.
Sofern die ÖPNV-Haltestellen nicht in die Zuständigkeit der Stadt Oberursel oder ihrer Gesellschaften fallen, ist bei den Betreibern der ÖPNV-Verbindungen darauf hinzuwirken, dass diese die Haltestellen barrierefrei gestalten.
Bei der Neuauschreibung des Betriebs der Stadtbuslinien soll auch in Zukunft darauf geachtet werden, dass die Fahrzeuge barrierefrei zugänglich und für Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen gleichberechtigt nutzbar sind.
Dies beinhaltet u. a. einen stufenlosen Einstieg, akustische Ansagen, gut lesbare Haltestellenanzeigen und eine kontrastreiche Gestaltung.
Bei dem Stadtbusbetreiber ist darauf hinzuwirken, dass die Schulung der FahrerInnen betreffend den Umgang mit behinderten KundInnen in Kooperation mit der Behindertenvertretung verbessert und intensiviert wird.
Sofern im Aufsichtsrat der Stadtwerke Fragen diskutiert werden, die in den Zuständigkeitsbereich der Behindertenvertretung fallen, insbesondere der Um- und Neubau von Haltestellen, so wird die/der Behindertenbeauftragte der Stadt als Sachverständiger gemäß § 109 Abs. 1 AktG hinzugezogen.
Anlage: Erklärung "Die Stadt und die Behinderten (Erklärung von Barcelona)"

Abstimmungsergebnis: Der Antrag wurde einstimmig an den Sozial- und Kulturausschuss sowie den Bau- und Umweltausschuss zur Wiedervorlage an die Stadtverordnetenversammlung verwiesen.

Abstimmungsergebnis im SKA:
Abstimmungsergebnis im BUA:


Zuletzt bearbeitet von ... am 21.09.2004, 08:58, insgesamt 5-mal bearbeitet


 BAUEN+PLANEN f.Behinderte : Barrierefreies Oberursel      Verfasst am: 01.09.2004, 15:04       Nach oben   


Weiterleitung zum Thema Barrierefreies Oberursel

Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Hanna-Maria Schneider Datum: 01.07.2003 11:43:37
Letzten Donnerstag (26.Juni) war dies auf Antrag der Grünen ein Thema der Stadtverordnetenversammlung. Zu meiner Verwunderung las ich später in der FR, für die Koalition aus CDU/FDP/OBG ist dies kein Thema, da Barierefreiheit fast überall verwirklicht sei und man nur einige Details noch ändern müsse. Ich hoffe für diese Damen und Herren, sie werden nie alt oder krank, denn dann könnten sie sich von der Unwahrheit ihrer Behauptung selbst überzeugen. Oberursels Innenstadt ist für mich als schwer Gehbehinderte gestorben, über die Vorstadt komme ich nicht hinaus. Den Markt besuche ich seit seinem Umbau nicht mehr, überall versperren mir Treppen den Weg zu den Läden, ins Rathaus komme ich nur ohne Rollstuhl und mit Hilfe. Sieht so eine behindertengerechte, barrierefreie Stadt aus ?


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Karen Datum: 01.07.2003 16:18:59
Nicht nur gehbehinderte Menschen kommen über das Huppelpflaster nicht rüber, der Kinderwagen mag es auch nicht. Mag ja historisch sein, aber nur für kerngesunde Leute begehbar. Ich hab mich über diese Aussage auch geärgert.


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Sozial+Kultur Datum: 09.03.2004 05:51:58
Heute (Di, 09.03.04, 18:00) Thema in der öffentlichen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses (Rathaus, Saal E10):

TOP 5. Barrierefreies Oberursel

Einladung und Tagesordnungspunkte:
http://www.oberursel.de/pdf_dokumente/E_SKA_0304.pdf

Artikel der TZ:
http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_article&id=1539973


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Bau+Umwelt Datum: 09.03.2004 05:53:04
Ein "barrierefreies Oberursel" ist auch Thema in der Sitzung des Bau- und Umweltausschuss (ebenfalls öffentlich)

Mi, 10.03.04, 18:15 - Rathaus, Saal E10 (TOP 10)

Einladung und TagesOrdnungsPunkte
unter
http://www.oberursel.de/pdf_dokumente/E_BUA_0304.pdf


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Christina_Herr Datum: 09.03.2004 12:31:40
Das Thema ist, wenn man es wirklich ernst nimmt, schon sehr komplex.

Nachdem das Thema zum ersten Mal in der Stadtverordnetenversammlung behandelt worden ist, ist mir schon sehr bange geworden. Der Tenor - es ist doch alles bestens - ist ein solcher Blödsinn, da stellten sich nicht nur den Betroffenen die Nackenhaare hoch.

Mittlerweile gab es doch allerlei Informationen, die sich der bzw. die ein oder andere Stadtverordnete zu Herzen genommen hat, so dass sich die Erkenntnis durchsetzt, so alles ist doch nicht bestens. Leider mischen sich die Betroffenen nur relativ vorsichtig in die Diskussion ein.

Mittlerweile aber, so scheint es, ist man bereit, die ein oder andere Barriere zu entfernen. Das Ziel des Antrags allerdings, dass die Interessen von Behinderten in allen Entscheidungsprozessen zumindest ein Kriterium sind, ist noch in weiter Ferne. Barrieren von Anfang an zu vermeiden ist wirklich sinnvoll und vor allen Dingen sehr kostengünstig. Aber vielleicht tut sich da in den Köpfen noch einiges.

So ist auch in der heutigen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses, sowie in der morgigen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses noch keine Entscheidung über den Antrag zu erwarten.

Die Zielgruppe der Behinderten ist übrigens sehr breit gefächert: Körperlich und geistig Behinderte, alte und gehbehinderte Menschen, Väter, Mütter, Opas und Omas mit Kinderwagen, Menschen mit gebrochenem Bein oder Fuss ...... jedem fallen da sicherlich noch einige Betroffene ein....


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: B+A Datum: 09.03.2004 13:01:07
Die ein oder andere Barriere kann man ja schon als nichtbehinderter Fahrradfahrer oder einarmiger Paketeschlepper hautnah erleben (..bis zum Hauseingang haufenweise treppauf, treppab ...Engstellen, durch die man sich quetschen muss ...Poller mitten auf dem Gehweg)


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Rita Datum: 09.03.2004 16:21:38
Ich war im Januar ausgerutscht und war einige Zeit erst auf einen Rollstuhl, danach auf Krücken angewiesen.
Wenn man so etwas noch nie erlebt hat kann man sich die vielfältigen Behinderungen nicht vorstellen.
Einkaufen geht nicht, ins Rathaus kam ich nicht rein (gerade zu der Zeit war mein Pass abgelaufen) und vieles andere mehr.
Aber vielen meiner Mitbürger/innen spreche ich eine riesen Lob aus, denn mir wurde oft unaufgefordert geholfen und dafür sage ich hier mal Danke schön.


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Rampenkenner Datum: 10.03.2004 15:54:44
Den Hinweis mit dem Rathaus (ich kam mit Rollstuhl bzw. Krücken nicht rein) habe ich nicht verstanden.
Direkt neben der Treppe ist doch eine Rampe für ebenjenen Personenkreis. Oder welche Probleme gibt es damit. Vielleicht könnten Sie das noch kurz erklären.


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Rita Datum: 11.03.2004 13:33:02
Als ich aus dem Krankenhaus kam hatte ich einen Rollstuhl mit Handbetrieb.
Da ich aber keine Muskeln wie A.Schwarzenegger habe und auch völlig ungeübt mit dem Ding war kam ich alleine die Rampe nicht hoch.
Mit Krücken kann man in Oberursels Innenstadt nicht herumlaufen, man bleibt zwischen den Pflastersteinen hängen, die Treppen sind ein Hindernis.
Und auf dem Epinay-Platz (da kann man gut fahren und laufen) ist nichts los.
Noch Fragen ?


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Martha Datum: 11.03.2004 15:55:26
Nach meiner Ansicht ist Oberursel für Behinderte recht gut ausgestattet - man kommt ins Rathaus und in die Stadthalle -das Pflaster ist auch recht gut befahrbar - Ausnahme Martkplatz. Mehrfach körperlich Behinderte ohne elektrisch betriebenen Rollstuhl oder übergangsweise Rollstuhlbenutzer sind denke ich immer auf die Hilfe der Mitmenschen angewiesen.
Ich war für meinen Bruder, der am 11.September 2001 an einem Gehirntumor starb, Mitbetreuerin und Begleiterin in Oberursel. Richtig schlimm fand ich die Zustände in Frankfurt: Mein Bruder wünschte sich zu seinem Geburtstag 7. Januar , in der Alten Oper das Musical "Progy and Bess" zu besuchen. Mit den Karten und der Betreuung dort war das total problemlos, Karte, reservierter Platz und Anfahrt mit der S-Bahn - kostenlos. Wir sind dann am behindertengerechten Bahnhof in Stierstadt in die S-Bahn eingestiegen. Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, dass es am Haltepunkt Taunusanlage keinen Fahrstuhl gibt - das ist aber so. So mussten wir mit der nächsten Bahn bis zur Hauptwache fahren, dort gibt es einen Aufzug und von dort ging es dann über das wirklich üble Pflaster der Fressgass zur alten Oper. Der Stadtplaner, der das verzapft hat, der gehört mal in den Zustand eines behinderten Menschen versetzt , für mindestens eine Woche. Ach auf dem Marktplatz in Oberursel waren wir auch - Radrennen 1.Mai 2001 - der Stadtbus kam den Rennern entgegen.


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Christina_Herr Datum: 12.03.2004 11:16:24
Ein Kritikpunkt in meiner Diskussion mit körperlich Behinderten war aber auch, dass nur die S-Bahn-Haltestelle Stierstadt barrierefrei ist. Dort muss man aber auch erst einmal hinkommen. Der Bahnhof Oberursel ist alles andere als barrierefrei.

Die Stadthalle war auch Anlass zur Klage. So kann man durchaus den Aufzug benutzen, steht dann aber vor einer Feuerschutztür, da braucht man wahre Bodybuilder-Kräfte.

Aber ich pflichte dir bei, Oberursel befindet sich behindertenpolitisch nicht im Mittelalter, wie andere Städte. Aber sollten wir uns nicht die Städte zum Vorbild nehmen, die es besser machen als wir? Vor allen Dingen sollten wir nicht vergessen, dass die körperlich Behinderten nur eine Gruppe sind, es gibt ja auch noch die Sehbehinderten und die geistig Behinderten.

Viel interessanter als die jetzigen Barrieren zu beseitigen, ist vor allen Dingen aus finanzpolitischer Sicht die Idee, wie kann ich Barrieren von vorneherein vermeiden. Wenn Barrierefreiheit ein Kriterium ist bei Umbauten von Turnhallen, bei Neubauten von Schulen und Kindergärten, bei Straßenerneuerungen usw. dann können kostengünstig Barrieren vermieden werden.


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Roli6874 Datum: 31.03.2004 23:59:34
Habe dieses Thema, mit grosem Interesse Verfolgt, habe im internet auch einwenig gestölbert und dort ist mir diese seite sehr aufgefallen...
http://www.geze.de/de/produkte/barrierefrei/produkte/00415.html

vieleicht interesannt für die stadt oder auch privat leute...echt gut denk ich


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: B+A Datum: 30.07.2004 07:08:08
Es wird dem uninformierten Leser nicht einfach gemacht, sich ein Bild über die Vorgänge rund um dieses Thema zu machen (...wir haben uns einmal die Mühe gemacht, alle diesbezüglichen Anträge und Pressestimmen unter obu-forum.de/barrierefrei zusammenzufassen):

Die GRÜNEN forderten, durch den Beitritt zum "Projekt Barcelona´95" ein politisches Signal zu setzen (...und stellten am 26.06.03 einen entsprechenden Antrag in der Stadtverordnetenversammlung, der dann aber an die Ausschüsse verwiesen wurde)
Nachdem ein Jahr wegen "Beratungsbedarfs seitens der CDU" anscheinend nichts geschah, verfassten die GRÜNEN einen Pressebericht zum Thema (...in welchem sie der CDU Verzögerung aus "parteitaktischen Motiven" vorwerfen)
Daraufhin erklärt der Joachim Weiße (CDU) in einem Bericht der TZ , daß es sich bei diesem Antrag um eine "Mogelpackung" handele (...dessen Umsetzung die Stadt in ihrer derzeitigen finanziellen Situation überfordere)
Woraufhin sich einen Tag später in einem weiteren Artkel der Herr Dr.Ruppert von den Liberalen zu Wort meldet (...und den Grünen-Antrag als "pauschal" und "von der Bundesparteizentrale vorgeschrieben" bezeichnet)

Zeitgleich gab es noch einige Forumseinträge zum Thema "Barrierefreies Oberursel" (...die sich aber leider im Thema "Living in a Ghetto" verirrten und im nachhinein von mir hierher kopiert wurden)........................:


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: m-a-o Datum: 30.07.2004 07:09:05
Ja, die CDU lässt sich lange Zeit mit dem Thema Barrierefreiheit. Der Antrag liegt jetzt gut ein Jahr vor und eine Entscheidung wurde seit mindestens einem halben Jahr von der CDU abgelehnt.
Jetzt ist der Antrag der Grünen abgelehnt und es wird von der CDU-Fraktion einen neuen Antrag geben. Wahrscheinlich dauert das dann mindestens ein Jahr.

Wer zum Beispiel mal mit gehbehinderten Personen zu tun hatte sieht deutlich wie die Situation ist. Ich finde den Selbstversuch-Vorschlag sehr gut. Die Mitglieder der CDU-Fraktion sollten sich mal Rollstühle und Gehwagen besorgen und dann vom Rosengärtchen mit der U-Bahn in die Vorstadt zum Einkaufen fahren. Zum Abschluss sollten sie dann mal versuchen den Bahnsteig der S-Bahn zu erreichen.

PS: Die Rollstühle und Gehwagen würde ich für die CDU selbstverständlich kostenlos besorgen.


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Svenja Datum: 30.07.2004 07:10:13
Noch ein kleines Beispiel: Eine Nachbarin von uns ist an MS erkrankt. Sie ist mittlerweile nicht mehr in der Lage - auch nicht mehr an "guten Tagen" - mit Gehhilfen zu laufen, sie sitzt jetzt im Rollstuhl. Wenn man dann in einem Stadtteil wohnt in dem es keine Einkaufsmöglichkeiten gibt ist es schlimm. Wenn man aber auch echte Probleme hat damit in der City einzukaufen - außer dem Parkhaus am Epinayplatz kann sie mit ihrem Wagen nicht parken und den Rollstuhl auseinanderklappen, dieses Parkhaus ist aber für längere Touren schweineteuer -, dann braucht sich doch niemand zu wundern wenn diejenige ins NWZ fährt.
Man scheint bei der CDU und den anderen Parteien der Mehrheit der Meinung zu sein Probleme mit Barrieren haben nur Senioren, die können ja im Altersheim wohnen und das Problem ist gelöst. Ich hatte im Frühjahr einen Unfall und war auf Krücken angewiesen und da fiel mir so richtig auf - neben den Erfahrungen mit der Nachbarin - dass eigentlich alles nur für gesunde Leute, Leute mit gesunden Beinen, Armen, Augen, Ohren gebaut ist und wie man auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen ist wenn man das eine oder andere Handicap hat.
Für den Feldversuch stelle ich daher meine Krücken gerne zur Verfügung.


Betreff : Feldversuch Autor: B+A Datum: 30.07.2004 07:34:58
Wenn mir einer einen Rollstuhl ausleiht, stelle ich mich für diesen Feldversuch zur Verfügung (...und bin auch gerne bereit, hier abschliessend zu berichten, wo ich überall "hängengeblieben" bin)

Besser wär´s natürlich, wenn noch andere "mitrollen" (...und ein paar "(Hobby)Fotografen" wären auch nicht schlecht)


Betreff : Na also Autor: B+A Datum: 30.07.2004 08:08:50
Och guck e mal (...geht doch):
...da schreib´ich nichtsahnend im Thema "Neue Partei", die WILO sei "abgetaucht" und würde sich nicht melden (....und 30 Minuten später les´ ich dann so ´was in der TaunusZeitung vom 30.07.04):

«Hindernisse in unserer Stadt könnten schnell behoben werden, wenn wir es nur wollen (...mit und ohne Erklärung).»
Zitat Reinhart Stoll (...Stadtverordneter der WILO)


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Eulenspiegel Datum: 30.07.2004 10:40:04
Die Idee mit dem "Feldversuch" durch Nicht-Behinderte ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch sie wurde nicht so richtig zu Ende gedacht. Am Beispiel Rita kann man sehen, dass vorhandene Einrichtungen für einige funktionieren, für andere leider nicht. Da geben Hinweise von Betroffenen ein viel besseres Bild, und aus eigener Erfahrung können sie u.U. Beispiele für gute Lösungen nennen. Wer in der Stadtverwaltung nimmt solche Hinweise entgegen und verarbeitet diese zu einer Entscheidungsvorlage für die Gremien?

Letztlich stellt sich die Aufgabe möglichst viel Barrierefreiheit zu erreichen. Durch politische Arbeit kann erreicht werden, mehr Geld dafür bereitzustellen – öffentliches und privates.


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Kermit Datum: 30.07.2004 11:24:30
Es sind doch nicht nur Rollstühle die Wege in Oberursel komplizieren. Unsere Nachbarin ist nach 2 Operationen schwer gehbehindert. In Weißkirchen kann man nichts mehr einkaufen, Auto fahren kann bzw. will sie auch nicht mehr. Man sitzt also zu Hause und wartet dass die Kinder die nötigen Lebensmittel vorbeibringen, die Nachbarn mal mit anpacken. Habe ich auch nix dagegen, aber auf Dauer geht es doch nicht so. Soll sie in ein Heim ziehen weil man in Oberursel kein Geld für Treppengeländer hat, in Weißkirchen-Ost die U 3 nicht erntern kann, das hubbelige Pflaster ein Hindernis ist ?
Es sind so viele Kleinigkeiten die Menschen mit Handicaps (schlechte Augen, kaputte Knochen, schlechtes Hören) das Leben ziemlich schwer machen und die, glaube ich, nicht soooo viel Geld kosten sie zu ändern. Schon der Umzug des Marktes wäre ein 1. Schritt.


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: Simon Datum: 02.08.2004 11:30:09
Hallo Eulenspiegel, ich finde die Idee eines Feldversuchs geht in die richtige Richtung und wurde auch zu Ende gedacht. Wenn Du Dir ein Bild machen willst indem Du Betroffene befragst: Das ist doch schon längst geschehen.
Ich bin dafür dass die Politiker der CDU oder FDP, die meinen, es wäre kein Geld für eine Barrierefreies Oberursel da, sich mal einige Tage in einen Rollstuhl setzen, Ohropax in die Ohren stopfen oder versuchen den ganz gemeinen Alltag mit Krücken zu bewältigen.
Ist wie mit dem Versuch polnischer (?) Politiker 3 Monate mit Sozialhilfe auszukommen und nach 3 Wochen gab der letzte tapfere Krieger auf.
Zwischen Vorstellungen und der Realität klaffen sehr oft riesige Lücken und wenn man die Realität nicht mit Worten in die Köpfe bekommt müssen sie ihre Vorstellungen mal in der Wirklichkeit testen. Ist vielleicht am wirksamsten ?


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: B+A Datum: 07.08.2004 21:22:35
Na ja - unrecht hat er nicht, der Eulenspiegel (...ganz wie sein historisches Vorbild)

Meinentwegen können wir auf die "Show mit den Feldversuchen" verzichten (...und wie Hanna-Maria, Karen, Rita, Roli, Martha, mao und Kermit Beispiele aus dem Bekanntenkreis sammeln)

...als da wären:
01.) Schepper Markt (...mit historischem Hubbelpflaster)
02.) Innenstadt (...mit mehrstufigen Geschäften)
03.) Rathaus ?
04.) die vielen öffentlichen und nichtöffentlichen Gebäude, die ausschliesslich über Treppen zu erreichen sind wie zB Gymnasium, Pfingstweidstrasse 1, Alfred Delp Strasse3 usw.....(.....kenne einige, zu denen ich des Nachts gerne einige Kubikmeter Beton zwecks Rampenbau bestellen würde)
05.) die Poller mitten auf Gehwegen wie zB in der Zeppelinstrasse (...Kinderwagen runter - und wieder rauf)
06.) Der S-Bahnhof (...wo sich wohl erst nach dem Mega-Umbau etwas tun wird)
07.) Der U-Bahnhof (...trotz Erneuerung nur über Treppen zu erreichen ??! )
08.) Fehlende abgesenkte Randsteine an Strassenkreuzungen (...teilweise wurden die Knaten von Anwohnern schon mit Hammer und Meisel entfernt)
09.) Schwindende lokale Einkausmöglichkeiten (....Behinderte -und manche Nichtbehinderte- laufen/rollen keine 5 km zum nächsten Einkaufsmarkt)
10.) Zu wenig behindertengerechte OpenAirParkplätze (...bei gleichzeitig zu teuren Parkhäusern)
11.) Fehlende Treppengeländer (...was ist eigentlichaus dem vor 2 Jahren genehmigten Geländer zum Vortaunusmuseum geworden ? )
12.) CDU und FDP (...die eine Finanzierbarkeit entsprechender Maßnahmen anzweifeln)
13.) gelbe Säcke und Mülltonnen, die wegen falscher Information oder mangelndem Engagement tagelang auf dem Gehweg herumstehen (...Kinderwagen vom Gehweg runter - und wieder rauf - siehe oben)
14.) ........ (.....?......)


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: B+A Datum: 17.08.2004 06:20:38
14.) ...auf dem Gehweg parkende Autos


Betreff : Barrierefreies Oberursel Autor: B+A Datum: 24.08.2004 14:59:42
15.) Schlecht oder gar nicht geschnittene Hecken und Sträucher, die halb oder ganz über den Gehweg ragen (...am besten noch mit Dornen ...grummel)


Betreff : Gute Absicht - schlechte Planung Autor: B+A Datum: 01.09.2004 15:04:12
Smile
Punkt 04 / Gymnasium können wir seit Fertigstellung des Lehrer-Parkplatzes zur 1/2 streichen (..."1/2 deswegen, da der nächstgelegene einigermassen behindertengerechte Durchgang tagsüber von 2 Lehrer-Pkws versperrt wird ! )
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Zuletzt bearbeitet von ... am 01.09.2004, 15:04, insgesamt 4-mal bearbeitet


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