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 JUGENDSCHUTZ: AlcoPops im Limonadenregal !      Verfasst am: 21.03.2005, 07:11       Nach oben   


Printausgabe der TZ vom 22.03.2005
Polizei und Suchthelfer warnen vor Verharmlosung der Alcopops
Von Christoph Rech

Oberursel. Eigentlich waren die Jugendlichen gekommen, um den Bands in der Musikhalle Portstraße zu lauschen. Doch beim Anblick, der sich einem vorm Forum für Jugend und Kultur bot, konnte einem die Lust vergehen. Ein Trümmerhaufen von einem Auto stand dort auf einem Anhänger, kaum erkennbar, dass es sich um einen Kleinwagen Marke Suzuki handelte.

«Das Fahrzeug wurde beim Unfall auseinander gerissen», erläuterte Polizeikommissar Peter Hoffmann einigen Jugendlichen bei der Präventionsveranstaltung der Polizei sowie der Sucht- und Drogenhilfe Hochtaunus im Hinblick auf den steigenden Konsum von Alcopops. «Es ist von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt.» Das war vor rund zwei Jahren, damals überlebte nur einer der vier Insassen. Isaac (15), Peter (1Cool und David (17) starben bei dem Unfall auf der B 254 an einem Donnerstagabend zwischen Lauterbach und Angersbach.

«Die Jugendlichen zeigen sich stark betroffen von den Folgen», wusste Siegfried Schlott, Pressesprecher und Jugendkoordinator bei der Polizeidirektion Hochtaunus, von seinen bisherigen Erfahrungen bei solchen Präventionsveranstaltungen zu berichten. «Wir nutzen die Gelegenheit, um besonders die Konsumenten von Alcopops anzusprechen», erläuterte Schlott und meinte die etwa 14- bis 20-Jährigen. Denn die Aktion laufe im Hinblick auf «steigende Konsumzahlen von Alcopops», so Schlott. «Wir wollen auf die Gefahren hinweisen und das Gespräch mit den Leuten suchen», erläuterte der Jugendkoordinator.

In den vergangenen Wochen hätten die Polizisten verstärkt kontrolliert. Prävention sei zwar schwierig, gab Peter Hoffmann zu, «aber wenn man die Jugendlichen erreicht hat, sind sie auch interessiert».

Tückisch sei bei den Trendgetränken der hohe Zuckeranteil, der zu einer Fehleinschätzung der Alkoholwirkung führe. Schon bei etwa 0,3 Promille sei aber mit einer Reaktionsverzögerung zu rechnen. Zarina Rüthlein vom Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe im Hochtaunuskreis unterstützte die Polizeibeamten in ihrer Absicht, die Jugendlichen zu informieren. «Die jungen Leute sind in der Regel sehr interessiert», sagte Rüthlein, die eine Veränderung im Bewusstsein der Jugendlichen im Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr festgestellt haben will.

Rüthlein wollte nicht den Zeigefinger erheben und Moralpredigten halten, das komme bei den jungen Leuten nicht an. «Ich nehme natürlich niemandem das Bier aus der Hand, aber man sollte wissen, wann man genug getrunken hat», sagte die Jugend- und Suchtberaterin zum allgemeinen Umgang mit den alkoholischen Getränken. Aufklärung helfe weiter, meinte Zarina Rüthlein. «Die ist ganz wichtig.»

Um auch an diesem Abend mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, hatte sie einen Alkoholwissenstest und einen Umfragebogen zum Konsumverhalten von Drogen vorbereitet. Denn es gebe teilweise großes Unwissen bei vielen Jugendlichen, wusste Rüthlein mit Blick auf Suchtkrankheiten wie Alkohol, Nikotin und Cannabis. «Cannabis kann Psychosen hervorrufen», erläuterte sie.

Kontakt: Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe, Audenstraße 1, 61348 Bad Homburg, Telefon (0 61 72) 6 00 80. Zarina Rüthlein, Mobile Beraterin für die Stadt Oberursel, Handy 01 78-5 34 78 84.


Artikel der Tz vom 30.09.04
Staatssekretär sagt Alcopops den Kampf an
Oberursel. Gerd Krämer (CDU), Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, hat der «Einstiegsdroge» Alcopops den Kampf angesagt. In vielen Lebensmittelläden und an Tankstellen seien die stark alkoholhaltigen Getränke bei den Limonaden platziert, an den Kassen werde zu selten das Alter der jugendlichen Kunden kontrolliert, sagte Krämer. Er selbst suchte gestern einen Supermarkt in seiner Heimatstadt Oberursel auf, und auch dort fand er die Alcopops bei den alkoholfreien Limonaden. Krämer: Wir müssen Eltern, Schulen und Jugendverbände auf die große Gefahr hinweisen, die mit dem Genuss der Alcopops verbunden ist.

Printausgabe der TZ vom 30.09.2004
Krämer warnt vor der Droge Alcopops
Von Michael Neumann
Oberursel. Nicht wie sonst nach Arbeitsschluss, sondern schon am Nachmittag und im Dienstwagen fuhr Staatssekretär Gerd Krämer (CDU) gestern in seine Heimatstadt. Und auch nicht wie sonst um einzukaufen, sondern um zu kontrollieren ging Krämer in einen Oberurseler Supermarkt, und zwar zielgerichtet zu den Regalen, in denen der Marktbetreiber die Limonaden aufgereiht hat.
Flasche an Flasche standen dort alkoholfreie Limonaden neben Alcopops einträchtig nebeneinander. «Und das ist gefährlich», sagt Krämer. Das Gespräch mit dem Marktleiter wurde gesucht, und er wurde darauf hingewiesen, dass Alcopops in einem Markt in den Regalen mit den Alkoholika stehen müssten. Zugleich kontrollierten vor dem Markt drei Polizeibeamte die Einkaufstaschen von Jugendlichen, fanden dort aber keine der Flaschen mit den bunten Aufdrucken.
«Der Marktleiter zeigte sich einsichtig, aber wir wissen natürlich nicht, ob er nicht Anweisungen hatte, die Alcopops genau dort zu platzieren, wo wir sie vorfanden», sagte Krämer. Die Platzierung im Markt sei aber nicht die einzige Gefahrenquelle, sondern auch die Kassen müssten als Problemzonen gesehen werden. Jugendliche würden beim Einkauf von Alcopops zu selten nach den Alter gefragt.
Der Besuch in Oberursel war bereits der zweite «Kontrollgang» des Staatssekretärs in Sachen Alcopops. Acht weitere auch in Nordhessen werden folgen, und Ziele sind nicht nur Märkte, sondern auch Kioske und vor allem Tankstellen.
Das Hessische Sozialministerium, dessen Staatssekretär Krämer ist, und das Innenministerium haben Anfang August eine breit angelegte Kampagne gegen Alcopops gestartet, denn in den alkoholhaltigen Mixgetränke sieht die Landesregierung eine Einstiegsdroge, vor der dringend gewarnt werden müsse. In den vergangenen drei, vier Jahren sei der Konsum von Alcopops «geradezu explodiert», so Oberursels früherer Bürgermeister. «Die Alcopops schmecken wie Limonaden, enthalten aber 40 Milliliter Schnaps, sprich zwölf Gramm Alkohol, und verleiten die Kinder zu regelmäßigem Alkoholkonsum», sagte Krämer beim Besuch in der TZ-Redaktion.
Dass die Bundesregierung die Alcopop-Steuer einführte, hält Krämer für «unehrlich». «Wenn Finanzminister Hans Eichel vorgibt, mit der Steuer den Verkauf dieser Getränke reduzieren zu wollen, wieso geht er dann bei der Steuerschätzung von einem gleich bleibend hohen Umsatz aus?», fragt Gerd Krämer.
Die Steuer habe zwar vorübergehend zu Umsatzeinbrüchen geführt, aber die Alcopop-Produzenten hätten längst reagiert und und stellten nun mehr Alcopops auf Wein- und Bierbasis her, die schon an 16-Jährige verkauft werden dürften. Krämer: «Wir müssen die Jugendlichen schützen und setzen auf Aufklärung auf breiter Basis.» Breite Basis, das bedeute, bei den Eltern ein Bewusstsein schaffen für die Gefahr, die von Alcopops ausgehen, das bedeute Gespräche mit Jugendverbänden, mit Schulen, mit Sportverbänden und natürlich auch mit den Einzelhandelverbände.
Erste Erfolge hat die Kampagne nach den Worten Krämers bereits zu verzeichnen. Eine Supermarktkette stellte die Alcopops inzwischen zu den Alkoholika. Krämer: «Vor uns liegt aber noch viel Überzeugungsarbeit.»

siehe auch Thema Brunnenfest und AlcoPops


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