Phorum-Ursellis -> OBERURSELER-FOREN (Übersicht, Links und Zitate) -> ALLE Forumsthemen.......
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
       Verfasst am: 02.07.2008, 20:20       Nach oben   


Pressemitteilung der FR vom 02. Juli 2008
Betrugsverdacht

Vom Amt bespitzelt

VON ANTON J. SEIB



Julia E. möchte mit der ganzen Sache am liebsten nichts mehr zu tun haben, deshalb will sie auch nicht ihren vollen Namen nennen. Ihre Zeit als Hartz-IV-Empfängerin ist vorbei, die 25-Jährige Mutter von zwei kleinen Mädchen hat einen Job in der Gastronomie gefunden. Doch wenn sie an die vergangenen Monate zurückdenkt, kommt immer noch Zorn in ihr hoch. Denn die junge Frau aus Oberursel ist von Außendienst-Mitarbeitern der Bad Homburger Arbeitsbehörde drei Monate lang penibel ausspioniert worden. Der Verdacht: Sie lebe mit einem Mann zusammen und kassiere zu Unrecht Wohngeld. Ein Verdacht, der sich nicht bestätigte, aber belegt, was Hartz-IV-Empfängern blühen kann, wenn sie ins Visier der Sozial-Ermittler geraten.

Ihre Geschichte beginnt im Oktober 2007. Julia E., bereits Mutter einer kleinen Tochter, ist hochschwanger. Das macht die Hartz-IV-Behörde im Landratsamt offensichtlich stutzig. "Die haben gedacht, wenn die Frau ein Kind kriegt, muss auch ein Mann da sein", versetzt sich die Oberurselerin in die Denkweise der Beamten. Daraufhin nimmt sich ein Mitarbeiter des sozialen Ermittlungsdienstes des Hochtaunuskreises der Sache an. Sein Job: Hartz-IV-Betrüger aufspüren.

Der Mann will herausfinden, ob die arbeitslose Mutter tatsächlich mit einem Mann zusammenlebt und trotzdem Wohngeld kassiert. Der Ermittler nimmt seinen Job ernst. Mal fährt er morgens vor der Arbeit kurz vorbei und beobachtet die Wohnung in einer Mietshaus-Siedlung ein paar Minuten lang, mal kontrolliert er die Wohnung nach Feierabend auf dem Weg nach Hause. So ist es in einem Bescheid der Behörde dokumentiert.


Im Bescheid aktenkundig
"Stellen Sie sich das mal vor. Ich komme morgens aus der Dusche und weiß nicht, ob mich gerade jemand beobachtet", sagt die 25-Jährige. "Ein paar Tage beobachtet zu werden ist vielleicht okay, aber drei Monate am Stück und von einem Mann. Das ist für eine Frau schon ein komisches Gefühl. Und sie haben gesagt, dass es nicht einmal Geld gekostet hätte, weil der Mitarbeiter das ja in seiner Freizeit gemacht hat." Nach 89 Tagen hat der eifrige Spitzel immerhin herausgefunden, dass an 58 Tagen ein Auto vor der Wohnung parkte. Das ist aktenkundig, steht pikanterweise in einem Bescheid des Hochtaunuskreises vom April diesen Jahres, durch den die Spitzelei aufflog. Mit Verweis auf die Langzeitbeobachtung teilt das Amt Julia E. darin mit, dass das Arbeitslosengeld gekürzt werde. "Die haben gedacht, das Auto gehört mir, haben es als Wertgegenstand angerechnet und mir weniger gezahlt", sagt sie. Statt 325 Euro habe sie nur noch 118 Euro Arbeitslosengeld erhalten. Mit Erziehungsgeld, Kindergeld und einem Minijob blieben ihr rund 820 Euro zum Leben.

Das Auto habe nie ihr, sondern ihrem Freund gehört, dem Vater ihrer zweiten Tochter, beteuert die junge Frau. Der lebt nicht bei ihr, sondern in Hanau. "Mit dem Auto habe ich manchmal meine Tochter zum Kindergarten oder Arzt gefahren", sagt sie. Im Landratsamt will man sich nicht äußern, weder gegenüber der FR noch gegenüber der TV-Sendung Panorama, die ebenfalls über den Fall berichtete. "Der Außendienst hat Aufgaben, die durch das Gesetz gedeckt sind. Wie dieser arbeitet, machen wir nicht öffentlich", lässt der zuständige Dezernent Wolfgang Müsse durch eine Sprecherin mitteilen.


 DATENSCHUTZ : Vom Amt bespitzelt      Verfasst am: 02.07.2008, 20:13       Nach oben   


Weiterleitung zum Thema Vom Amt bespitzelt

01.07.2008 14:58 Uhr - Autor: Mike - Vom Amt bespitzelt
Wer noch nicht davon gehört hat:

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/bad_homburg/?em_cnt=1358507

Da der soziale Ermittlungsdienst des Hochtaunuskreises ja auch für Oberursel zuständig ist, würde ich gern wissen, was die Verantwortlichen der Stadt von solchen Stasi-Methoden halten.
Warum führt man nicht gleich wieder Blockwarte ein?


Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Phorum-Ursellis -> OBERURSELER-FOREN (Übersicht, Links und Zitate) -> ALLE Forumsthemen.......
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  







 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren   ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen  LoginLogin