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 SOZIALES: Heim für Asylbewerber in Oberursel      Verfasst am: 01.11.2011, 17:41       Nach oben   


Artikel der TZ vom 19. Oktober 2011
"Tiere haben eine bessere Wohnung als wir"
3 Kommentare
In einem offenen Brief an die Politiker machen die Flüchtlinge erstmals ihre Probleme im Containerlager selbst öffentlich. Ihr Wunsch: Sie wollen in Wohnungen leben.

Oberursel. Er ist in den Zwanzigern, geht schon seit vielen Jahren einer geregelten Arbeit nach, bestreitet seinen Lebensunterhalt selbst und zahlt Steuern. Um in eine Wohnung ziehen zu können, benötigt er aber eine Genehmigung. "Die Wohnung zu bezahlen, ist kein Problem, aber kein gutes Leben zu haben, ist ein Problem", sagt der Flüchtling aus einem arabischen Land, der im Asylbewerberheim an der Karl-Hermann-Flach-Straße lebt und keine Aufenthaltsgenehmigung, aber eine Arbeitserlaubnis hat. "Die Hauptsache ist es, ein Privatleben zu haben."

Mit seiner Meinung ist er nicht allein, wie der offene Brief zeigt, in dem sich die Flüchtlinge erstmals selbst zu Wort melden. "Wir brauchen Wohnungen mit sauberen Küchen und sauberen Toiletten, wo wir gesund leben und ein ungestörtes Privatleben wie jeder Mensch führen können. Das ist das Mindeste für ein menschenwürdiges Leben", fordern sie in ihrem Schreiben an die zuständigen Politiker im Kreis.

Ein Privatleben sei in dem Oberurseler Lager auch deshalb nicht möglich, da viele in einem Zimmer zusammenlebten. "Tiere haben eine bessere Wohnung als wir." Bad und Küche seien meist dreckig. "Vor allem die Toiletten sind so unappetitlich, dass wir versuchen, immer andere Toiletten außerhalb oder auf unseren Arbeitsstellen zu benutzen." Oft gebe es auch kein heißes Wasser zum Duschen.

Zu schaffen macht den Bewohnern zudem die Anwesenheitskontrolle der Heimleitung. "Wenn jemand nur einen Tag nicht da ist, kann es sein, dass er schon abgemeldet wird und dann große Probleme mit der Ausländerbehörde bekommt. Manchmal sind wir nur deshalb nicht da, weil wir zu den Zeiten, in denen kontrolliert wird, auf der Arbeit sind. Und selbst dann bekommen wir Ärger, wenn wir uns beschweren."

Die Residenzpflicht, nach der die meisten Flüchtlinge den Kreis nicht verlassen dürfen, sei eine Bürde. "Dadurch können wir unsere Freunde oder Verwandten, unsere Frau oder Freundin nicht besuchen, wenn sie außerhalb des Kreises wohnen oder in einem anderen Bundesland. Manchen von uns ist nicht mal erlaubt, nach Frankfurt zu fahren, wo es unser spezielles Essen zu kaufen gibt."

Ein Problem stellen für einige auch die Lebensmittelgutscheine dar, "die nicht in den Läden eingetauscht werden können, in denen wir unsere speziellen Lebensmittel einkaufen möchten".

Für die Gutscheine finde sich mit Sicherheit eine Lösung, meint Kreisbeigeordneter Uwe Kraft (CDU) in einer ersten Reaktion auf den offenen Brief der Flüchtlinge. Die Anwesenheitskontrolle sei hingegen Sache der Heimleitung. Da es in anderen Einrichtungen vorgekommen sei, dass Flüchtlinge, ohne sich abzumelden, zu Verwandten gezogen seien, habe der Kreis klargemacht, dass er nur für Menschen, die auch tatsächlich im Heim wohnten, für die Unterbringung zahle. "Das soll aber nicht in Schikane münden", so Kraft.

Das Heim sauber zu halten, sei Aufgabe des Betreibers. "Wir nehmen bei jedem Hinweis eine Kontrolle vor, die nicht angekündigt wird", sagt der Kreisbeigeordnete. Bisher seien beim Kreis vier bis fünf Hinweise eingegangen.

"Über die Schließung des Lagers freuen wir uns", schreiben die Flüchtlinge. Sie haben jedoch Angst, dass sie nicht im Vordertaunus bleiben können. "Wir möchten nicht in ein neues Lager oder nach Grävenwiesbach. Wir möchten dort bleiben, wo wir Freunde haben und arbeiten." sob (sob)


Kommentare
M. Günther schrieb am 19.10.2011 11:57 Uhr
Unsere armen Gäste....
Es ist verständlich, dass die Damen und Herren nicht dauerhaft in Containern wohnen möchten, gerade dann, wenn diese sehr ungepflegt sind, was die Sanitäranlagen betrifft. Allerdings sollte auch mal darüber nachgedacht werden, dass jeder selbst in der Lage sein dürfte -egal aus welchem Land er geflüchtet ist- mal für Sauberkeit zu sorgen oder ist das zuviel verlangt. Auch die Wünsche, Wohnraum hier im Vordertaunus mit seiner zentralen Lage und den vielen Freizeitmöglichkeiten und der guten Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu haben, sind ja ganz nett aber die Mieten und somit die Unterbringung ist im Hintertaunus oder auch in anderen ländlichen Gegenden (Vogelsberg, Fuldarer Land, oder Richtung Kassel) eindeutig für den Steuerzahler, der ja letztlich wie für so vieles auch hierfür aufkommen darf, günstiger. In anderen Ländern werden Flüchtilinge in Zelten untergebracht und auch nicht danach gefragt, wo sie gerne versorgt werden möchten. Dort sind die Menschen allerdings in echten Notsituationen und von Hunger und Tod betroht. Da kommt gar nicht der Gedanke auf, den Staat zu bitten, man möchte doch lieber in einer bestimmten Region untergebracht werden. Da ist der Flüchtende einfach dankbar, verpflegt, versorgt und am Leben erhalten zu werden. Aber natürlich darf man dennoch nicht die Menschenwürde vergessen. Es sollte schon wirklich mindestens den Standard haben, die auch einem Hartz IV Empfänger zusteht, der allerdings auch nicht gefragt wird, ob ihm die Gegend passt, in der er wohnt sondern der sich einfach danach richten muss, wo Wohnraum zur Verfügung steht, die in sein Budget passen... Unabhängig davon, wo seine Freunde leben.


Frank Further schrieb am 20.10.2011 07:57 Uhr
Unsere armen Gäste?! Nein Mitbürgerinnen und Mitbürger!
M. Günther schrieb am 19.10.2011 11:57 Uhr
Unsere armen Gäste....
Integration Herr Günther, nicht Assimilation! Pfui Oberursel, Bad Homburg hat es vorgemacht, Oberursel soll es gerne kopieren!


G. Papst schrieb am 20.10.2011 11:37 Uhr
"unsere speziellen Lebensmittel"
Meine "speziellen Lebensmittel" kann ich mir auch nicht mit Gutscheinen besorgen.

Und in einer guten Wohngegend,
dort wo ich auch Freunde und Arbeit habe,
kann ich erst Recht nicht wohnen,
dafür fehlt mir das Geld.

Ja, es ist so... unerquicklich
in Deutschland.


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