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       Verfasst am: 30.04.2017, 22:57       Nach oben   


Das ZDF drehte am Freitag, 30.11.2012 den Hammer der Woche
Ausgestrahlt wurde der Film im ZDF-Länderspiegel am Samstag, 31.November 2012

http://www.oberurselerstadtkurier.de/ berichtete über den ZDF-Dreh:
Aktuelles aus Oberursel
ZDF dreht den "Hammer der Woche" am Bahnhof in Oberursel
Freitag, 30. November 2012: von 6 Uhr morgens bis zum frühen Nachmittag nahm sich ein Kamera-Team des ZDF Zeit für den Dreh im Kiosk von Christoph und Daniela Alles am Oberurseler Bahnhof.

Dabei führten sie mehrere Interviews mit den beiden, befragten aber auch Laufkundschaft und langjährige Stammkunden zur endgültigen Schließung am 14. Dezember 2012.

Sehr schnell bekamen Kameramann Guido Saum und Markus Bonkowski vom ZDF? eine Vorstellung davon, was sich tatsächlich hinter der Institution? "KIOSK am Bahnhof" verbirgt...

Zu sehen ist der Kurzfilm "Streit um Kiosk in Oberursel?" unter dem Motto "Hammer der Woche" im ZDF Länderspiegel am Samstag, den 01. Dezember um 17:05 Uhr. (M.R.)

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1782354/Laenderspiegel-vom-1.-Dezember-2012?setTime=1760.305


Zuletzt bearbeitet von ... am 30.04.2017, 22:57, insgesamt 7-mal bearbeitet


 Presseberichte      Verfasst am: 04.04.2013, 08:46       Nach oben   


Bericht der FR vom 04.04.2013
Familie Alles fängt neu an
Von Miriam Keilbach
Daniela und Christoph Alles stehen wieder hinter dem Tresen. Foto: Weis
Oberursel Nach 24 Jahren in Oberursel übernehmen die Eheleute einen Kiosk in Kelkheim / Streit mit Stadt dauert an

Es war eine schwierige Zeit. Man hat ihnen die Existenz genommen, den Lebenstraum, die Aufgabe, ein Stück weit auch den Mut. Dreieinhalb Monate nachdem der Container vom Bahnhofsvorplatz abtransportiert wurde, indem Daniela und Christoph Alles ihren Kiosk hatten, steht ein Neustart an. Seit dieser Woche sind die beiden Inhaber eines Toto-Lotto-Ladens in Kelkheim.

Ständig geht die Tür auf in dem Laden. Ein Kunde nach dem anderen kommt an dem Vormittag herein. Hinter dem Tresen steht Edeltraud Stegmeier, das Urgestein des Kiosks in der Frankfurter Straße. „Das sind Daniela und Christoph Alles, die Neuen“, stellt sie die Eheleute jedem Kunden vor. Was im alten Laden von Familie Alles Usus war, soll auch hier gelten: die Kunden sollen persönlich angesprochen werden.

Der neue Laden, es ist der Traum von Daniela Alles. „Wir wollten in etwas Gleichwertiges investieren“, sagt sie. Vermieterin Stegmeier ist schon 71 Jahre alt, ihr Neffe Joachim Hoyer führte den Laden in den vergangenen Jahren. Doch er möchte zurück in die Autobranche, wo er zuvor arbeitete. Am 2. April haben die Eheleute aus Seulberg, die 24 Jahre lang den Kiosk in Oberursel betrieben, übernommen. Sie haben eigens ihre alte Theke eingebaut. Stegmeier bleibt ihnen erhalten. „Ich bin da, wie die Familie mich benötigt“, sagt die 71-Jährige, „ich gehe gerne arbeiten und fühle mich gesund“.

„Wir waren beim Lotto-Seminar in Wiesbaden“, sagt Christoph Alles. „Das ist aber zusammen mit den Zigarren das einzig wirklich Neue.“ Das arbeitsintensive Brötchenschmieren entfällt dafür. Der Laden hat – ähnlich wie in Oberursel – ein großes Stammklientel, jetzt gilt es also zunächst, fleißig Hände zu schütteln.

Bis Januar kämpften einige Unterstützer dafür, den alten Kiosk in Oberursel zu erhalten. Doch es kamen nur rund 200 Unterschriften zusammen, deutlich weniger, als für ein Bürgerbegehren nötigt gewesen wären. Über 100 Jahre hatte der Kiosk am U-Bahnhof an der Nassauer Straße gestanden, bis zur Umgestaltung zum Hessentag 2011 in einem Gebäude, danach in einem Container. Eine Übergangslösung für zwei Jahre, in denen die Stadt der Familie immer wieder Hoffnung machte, dass es doch weitergehen könnte. Dann kam das Aus – der Platz solle schöner werden, hieß es.

Es entstand ein Streit zwischen der Stadt und den Kioskleuten. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) räumte etwa ein, verbreitet zu haben, dass Familie Alles eine Abfindung erhielt. Dem war aber nicht so. Dafür habe er sich aber entschuldigt und es an den entsprechenden Stellen korrigiert, sagte Brum. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde, die Christoph Alles gegen Brum stellte, wurde abgewiesen. Brum wirft der Familie vor, alternative Angebote, etwa die Übernahme des DB-Store als Franchise-Unternehmer, ausgeschlagen zu haben. Für die Familie war das keine Alternative.

Doch noch immer streitet Familie Alles mit der Stadt. Die Mietkaution hat die Familie noch nicht zurück, die Nebenkostenabrechnung ist noch nicht erfolgt. „Laut Vertrag hätte es Zwischenzähler geben sollen, die gab es aber nicht“, sagt Christoph Alles. „Wie wollen die die Kosten genau ausrechnen?“ Die Stadt habe ihm gesagt, es dauere noch ein wenig. Christoph Alles hat einen Anwalt eingeschaltet. Aus diesem Grund kann die Stadt der FR keine Auskunft zu dem Vorgang geben.

Dreieinhalb Monate Papierkram und Langeweile liegen hinter Familie Alles. Christoph Alles hat im Haus renoviert. „Wenn man von einem Tag auf den anderen von 70 Stunden auf Null geht, wird man ganz zappelig“, sagt Daniela Alles. Sie konnte es kaum abwarten, wieder Zeitschriften und Kaffee zu verkaufen.

„Es ist schade, um die Kunden in Oberursel“, sagt Christoph Alles. „Aber jetzt geht es hier weiter.“ Daniela Alles ist wieder voller Elan, ihre Wangen sind gerötet, während sie mit den neuen Kunden spricht. „Das hier soll die Endstation sein, der letzte Schritt vor der Rente“, sagt sie.


 Skizze nach einem Massenmodell der SEWO      Verfasst am: 18.01.2013, 22:38       Nach oben   




 Presseberichte      Verfasst am: 18.01.2013, 07:49       Nach oben   


Artikel der TZ vom 12. Februar 2013, 03.25 Uhr (letzte Änderung 12. Februar 2013, 05.03 Uhr)
Bürgerbegehren: Was zu beachten ist
Zum offiziellen Ende des Kiosk-Bürgerbegehrens gab es jetzt von den Grünen Tipps für künftige Initiatoren eines solchen Verfahrens.

Oberursel. "Das Signal an die Politik ist angekommen." Christina Herr, Fraktionschefin der Grünen, sagte dies in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung mit Blick auf die Besucher im Saal. Gemeint war die große Zahl an Unterstützern, die sich beim angestrebten Bürgerbegehren für den Erhalt des Kiosks an der U-Bahnstation am Bahnhof ausgesprochen hatten.

Mit 2223 Unterschriften war die fürs Verfahren notwendige Zahl (3298) zwar deutlich unterschritten worden (TZ berichtete). "Aber hätten Sie gedacht, dass so viele zusammenkommen?", fragte Herr in Richtung Stadtverordnete. Die meisten hätten wohl nicht gedacht, "dass ein Kiosk derart mobilisieren kann".

Womit Herr beim Signal war, das von den Unterzeichnern ebenfalls ausgegangen sei und das sie so formulierte: "Wir wollen es denen in der Politik mal zeigen." Ihre rhetorische Frage, ob die Stadtverordneten eventuell nicht nah genug dran seien am Bürger, war daher als Mahnung zu verstehen.

Wiederum in Richtung Initiatoren – auch künftiger – gab es von ihr den Hinweis, bei der Formulierung eines Bürgerbegehrens darauf zu achten, dass es auch zulässig ist. Beim Kiosk-Bürgerbegehren hatten die Unterzeichner ja dafür gestimmt, dass der Betrieb des kleinen Ladens durch die "Familie Alles oder Personen ihres Vertrauens" weiter ermöglicht werden solle.

Vom Rechtsamt der Stadt hatte es laut Herr die Auskunft gegeben, diese Festlegung – die Stadt muss mit einer bestimmten Person einen Vertrag abschließen – sei rechtlich nicht zulässig. Was bedeutet, selbst wenn die benötigte Zahl an Unterschriften zusammengekommen wäre, hätte das Parlament das Bürgerbegehren für nicht zulässig erklären müssen.

"Dass sie sich in einer rechtlichen Grauzone bewegen, war den Initiatoren bewusst", sagte Herr der TZ. Für sie persönlich sei es nachvollziehbar, dass die Verantwortlichen die Formulierung so gewählt hätten, weil sie eben gewollt hätten, dass die Familie Alles bleibe. "Aber mich hätte es geärgert, wenn das Ganze deswegen gescheitert wäre." Weil ihre Partei solches Engagement von Bürgern ausdrücklich begrüße – auch wenn die Position der Grünen zum Kiosk eine andere sei.

Das offizielle Ende für das Bürgerbegehren markierte nun die Abstimmung der Stadtverordneten, die es geschlossen als nicht zulässig zurückwiesen. mj (mj)


Artikel derTZ vom 18. Januar 2013, 20.30 Uhr (letzte Änderung 19. Januar 2013, 04.34 Uhr)
Kiosk-Aus ist besiegelt
Fürs Bürgerbegehren fehlen mehr als 1000 Unterschriften – Ex-Betreiber haben neue Pläne
Die Anhänger des Kiosks am Bahnhof haben verloren. Nur 2223 Unterschriften für ein Bürgerbegehren pro Kiosk sind zusammengekommen – zu wenig.

Von Stefanie Heil

Oberursel. "Schade!" So reagierte Angela Stohrer gestern Nachmittag auf die Nachricht, dass es nichts wird mit dem Bürgerbehren pro Bahnhofskiosk. Ein solches Begehren hatten Stohrer und ihre Mitstreiter, wie mehrfach berichtet, angestrebt, weil sie sich nicht damit abfinden wollten, dass der vom Ehepaar Christoph und Daniela Alles betriebene Kiosk keinen Platz mehr am umgestalteten Bahnhof hat.

Für das Bürgerbegehren wären 3298 Unterschriften nötig gewesen. 189 Listen mit insgesamt 2223 Unterschriften sowie 20 Unterschriften von Kindern sind es letztlich geworden, wie die Stadt gestern mitgeteilt hat. Ob diese überhaupt die Kriterien erfüllen (vollständige Angaben, Wahlberechtigung in Oberursel) muss gar nicht mehr geprüft werden, weil schon allein die vorgeschriebene Zahl nicht erreicht wurde. Die Verwaltung wird den Gremien empfehlen, das Begehren für nicht zulässig zu erklären.

Dass damit das Aus des Kiosks, der zuletzt in einem mittlerweile abtransportierten Container untergebracht war, besiegelt ist, haben auch die Kiosk-Freunde eingesehen und akzeptiert. "Ich habe mit einem fetten Edding einen Haken drangemacht", sagte Stohrer.


Mehr geht nicht
Mehr könne man politisch wohl nicht tun, wenngleich der Kiosk vielen Menschen fehle. Stohrer bekräftigte aber noch einmal ihre Aussage vom Donnerstag, wonach ein bürgerschaftlicher Zusammenhalt entstanden und viel diskutiert worden sei.

Ex-Kiosk-Betreiber Christoph Alles zeigte sich nicht überrascht darüber, dass es kein Bürgerbehren geben wird. "Ich habe schon damit gerechnet." Und selbst wenn es zustande gekommen wäre – dass sein Kiosk zurückgekommen wäre, bezweifelt Alles stark.

Für das Engagement seiner Kunden und Anhänger zeigte er sich aber sehr dankbar. Auch wenn er offenkundig noch viele Freunde in der Brunnenstadt hat – beruflich Fuß fassen werden er und seine Frau dort wohl nicht mehr. Derzeit sind die beiden arbeitslos, planen aber, außerhalb des Hochtaunuskreises einen Lotto-Laden zu übernehmen.

Das Verhältnis zwischen Alles und den Verantwortlichen im Rathaus ist – vorsichtig ausgedrückt – nicht das beste. Mittlerweile hat er beim Kreis sogar Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) und den Leiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung, Arnold Richter, eingereicht.

Brum sprach gestern diesbezüglich von einer "traurigen Geschichte", zeigte sich aber auch erleichtert über das Ergebnis. Er hob noch einmal hervor, dass der Platz am Bahnhof aus seiner Sicht gewonnen habe und dort mehr Arbeitsplätze entstanden als im Kiosk verloren gegangen seien. (she)


Pressemitteilung der Stadt Oberursel vom 21. 01. 2013
Bürgerbegehren für den Weiterbetrieb des Kiosks am Bahnhof erreicht nicht die geforderte Mindestzahl
Die Betreiber des Bürgerbegehrens setzen sich dafür ein, den bisherigen Betreibern weiterhin den Betrieb eines Kiosks am Bahnhof zu ermöglichen.

Am 17.01.2013 haben die Verantwortlichen für das angestrebte Bürgerbegehren, vertreten durch Frau Angela Stohrer, die Unterschriftenlisten fristgerecht beim Gemeindewahlbüro abgegeben.

Die darauffolgende Prüfung ergab, dass insgesamt 189 Unterschriftenlisten und drei Kinderlisten eingereicht wurden. Es wurden die abgegebenen Unter-schriften gezählt, so dass insgesamt 2.223 Unterschriften zuzüglich 20 Unterschriften von Kindern vorgelegt wurden.

Erforderlich waren insgesamt 3.298 Unterschriften von wahlberechtigten Oberurseler Bürgern.

Bei der Prüfung handelte es sich nur um eine summarische Prüfung. Da die erforderliche Anzahl an Unterschriften nicht erreicht wurde, kann gemäß der Hessischen Gemeindeordnung auf eine qualitative Prüfung (Vollständigkeit der Angaben (Geburtsdatum, Anschrift, vollständiger Name, Datum der Unterschrift und eine Unterschrift selbst), Wahlberechtigung für Oberursel, Doppelnennungen bei Unterschriften) verzichtet werden.

Den städtischen Gremien wird somit vorgeschlagen, einen Bürgerentscheid auf Grund der fehlenden notwendigen Unterschriften als nicht zulässig zu entscheiden.



Carsten Trumpp
Stellv. Gemeindewahlleiter

Artikel der Taunuszeitung vom 18. Januar 2013, 03.24 Uhr (letzte Änderung 18. Januar 2013, 05.07 Uhr)
Hunderte von Stimmen für den Kiosk
Ob die Zahl der Unterschriften für das Bürgerbegehren ausreicht, entscheidet sich wohl erst heute
Die Frist ist abgelaufen: Gestern Nachmittag hat Angela Stohrer die Listen mit den Unterschriften für das Bürgerbegehren in Sachen Kiosk im Rathaus abgegeben. Der Packen war groß.

Oberursel. Angela Stohrer überreichte Carsten Trumpp im Rathaus die Listen mit den Unterschriften.

Foto: Reichwein

3298 Unterschriften müssten es sein. Ob sich tatsächlich so viele Oberurseler für den Weiterbetrieb des Kiosks an der U-Bahn-Haltestelle am Bahnhof ausgesprochen haben, entscheidet sich frühestens heute. Zwar hat Angela Stohrer gestern Nachmittag die Listen für das Bürgerbegehren – den ersten Schritt zum Bürgerentscheid – im Rathaus abgegeben. Wie viele Unterstützer zusammengekommen sind, konnte die 32-Jährige allerdings nicht sagen.

Auch, weil im Laufe des Nachmittags noch ein Schwung Listen hinzugekommen sei, den sie bei Bernd Peppler – einem der Mitstreiter der Aktion – abgeholt habe. "Die mussten dann noch schnell kopiert werden", erklärte sie.

Aus den Äußerungen Stohrers war allerdings herauszuhören, dass das Ziel wohl verfehlt wurde.
Sie weiß, dass einige der Unterzeichner nicht alle Felder auf den Listen ausgefüllt haben. Wie berichtet, sind bei einem Bürgerbegehren nicht nur Name und Unterschrift gefordert, auch die Adresse und das Geburtsdatum müssen angegeben werden. Gerade auf den Listen, die Unterzeichner aus dem Internet heruntergeladen und dann bei der Aktionsgruppe in den Briefkasten geworfen hätten, habe häufig das Geburtsdatum gefehlt.

Das ist aber ein entscheidendes Kriterium. "Fehlt das Geburtsdatum, kann die Unterschrift gleich gestrichen werden", sagt Nina Kuhn, Pressesprecherin der Stadt. Denn über das Geburtsdatum ermittle die Stadtverwaltung in ihrer Datenbank, ob der Unterzeichner zu den wahlberechtigten Oberurselern gehöre.

Der Packen, den Angela Stohrer ins Rathaus brachte, war trotzdem beachtlich.
Carsten Trumpp, Leiter des Einwohnerbüros im Rathaus, nahm die Listen entgegen. Seine Aufgabe ist es nun, sie zu nummerieren, durchzusehen und die Unterschriften zu zählen. "Das war heute nicht mehr möglich", so Kuhn.

"Ich bin auf das Ergebnis gespannt", sagt Angela Stohrer. Die Menschen aufs Thema aufmerksam zu machen, sei zuletzt schwierig gewesen. "Da der Kiosk schon weg ist, haben viele gedacht, das Ganze hat sich erledigt und sie brauchen nicht mehr zu unterschreiben." Wie berichtet, hatte die Familie Alles den Schlüssel für den Kiosk-Container an der U-Bahn-Haltestelle bereits im Dezember übergeben.

Die Unterschriftenaktion betrachtet Angela Stohrer insgesamt aber positiv:
"Es ist viel über das Thema diskutiert worden. Es gab eine große Resonanz im Internet", sagt sie. Ein bürgerschaftlicher Zusammenhalt sei entstanden. Auch viele ältere Menschen, Jahrgang 28 oder auch 35, hätten unterzeichnet. "Für sie stand der Kiosk stellvertretend für die kleinen Einzelhändler, die in Oberursel kaputtgehen."mj (mj)


Artikel der TZ vom 03. Januar 2013, 20.58 Uhr (letzte Änderung 04. Januar 2013, 04.25 Uhr)
Das Ende des Kiosks? 2 Kommentare
Der Container ist abgeholt – Eine Gruppe Oberurseler kämpft aber noch für den Standort
Per Bürgerentscheid wollen Oberurseler erreichen, dass an der U-Bahn-Haltestelle am Bahnhof wieder ein Kiosk eingerichtet wird. Viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr. Denn am 17. Januar läuft die Frist für den ersten Schritt des Verfahrens ab. Bis dahin muss die Gruppe rund 3300 Unterschriften zusammenhaben – mehr als 2000 hat sie bereits.

Oberursel. Der Container am Bahnhof ist Geschichte: Die einzelnen Segmente wurden gestern auf einen Tieflader gehievt. Foto: Y. SpäneDie Schlüsselübergabe war zwar schon im Dezember. Doch erst gestern wurde der Container an der U-Bahn-Haltestelle am Oberurseler Bahnhof abgeholt, in dem die Familie Alles zuletzt ihren Kiosk hatte.

Die Nachricht sprach sich schnell herum. "Taxifahrer riefen bei mir an und fragten ,Hast du es mitbekommen?‘", erzählt Angela Stohrer, die gemeinsam mit Mitstreitern per Bürgerentscheid erreichen will, dass die Familie Alles ihren kleinen Laden an der Haltestelle weiterbetreiben kann.

Mehr als 2000 Unterstützer gebe es bislang, sagt sie. Die Oberurselerin hat sich für die nächste Woche extra Urlaub genommen, um weiter Unterschriften zu sammeln. Name, Anschrift und Geburtsdatum von rund 3300 Unterstützern werden für das Bürgerbegehren benötigt (TZ berichtete) – den ersten Schritt zum Bürgerentscheid.

Die Listen mit den Unterschriften müssen dann spätestens am 17. Januar im Rathaus sein. Anschließend prüft das Wahlamt der Stadt, ob alle Unterzeichner auch wahlberechtigte Einwohner Oberursels sind – auch das gehört zu den Formalien.


Positives Echo

"Einige Listen sind noch in Privathaushalten unterwegs. Wir warten darauf, dass sie zurückkommen. Und viele müssen wir noch anrufen, weil das Geburtsdatum oder die Anschrift fehlt", sagt Angela Stohrer. Doch ihre Stimme klingt optimistisch. Wohl auch, weil das Echo auf die Aktion überwiegend positiv sei, wie die Oberurselerin berichtet.

"Viele sagen: ,Weiter so!‘ Und drücken uns die Daumen." Ein Erlebnis ist ihr bei der Unterschriftenaktion besonders in Erinnerung geblieben: "Als ich auf dem Parkplatz eines Discounters Unterschriften gesammelt habe, hat mir eine Frau erzählt, dass selbst im Müttercafé in Stierstadt über den Kiosk diskutiert worden sei."

Kommt die benötigte Zahl an Unterschriften zusammen, entscheidet abschließend die Stadtverordnetenversammlung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens. Ist es zulässig, muss der Bürgerentscheid innerhalb von sechs Monaten über die Bühne gehen. Dabei entscheidet dann die Mehrheit der gültigen Stimmen, die allerdings mindestens 25 Prozent der wahlberechtigten Oberurseler ausmachen muss.

Mit welchen Kosten ein Bürgerentscheid verbunden sei, dazu könne im Rathaus niemand etwas sagen, so Nina Kuhn, Pressesprecherin der Stadt. Erfahrungswerte fehlten, weil es ein solches Verfahren in Oberursel bislang nicht gegeben habe. Der früheste Termin, wann die Stadtverordnetenversammlung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden könnte, wäre übrigens der 6. Februar.

Angela Stohrer ist jedenfalls zuversichtlich, dass genügend Wahlberechtigte das Bürgerbegehren unterstützen. "Wir kriegen die Unterschriften zusammen, und wenn ich dafür Nachtschichten einlegen muss." mj (mj)


Artikel der TZ vom 03. Januar 2013, 20.58 Uhr (letzte Änderung 04. Januar 2013, 04.05 Uhr)
Zum Thema: Jetons für Toiletten
Nicht nur die Kunden des Kiosks am Bahnhof beklagten das Aus für die Trinkhalle, auch die Busfahrer hatten sich für den Verbleib des Kiosks ausgesprochen, dessen Toilettenanlage sie bisher benutzen konnten. Für sie ist jetzt eine Lösung gefunden worden. Sie können die Toilettenanlagen des DB-Service-Stores nutzen, und zwar gebührenfrei mit Jetons, die von der Stadt Oberursel bezahlt werden. new


Artikel der FAZ vom 22.12.2012:
Initiative für Bahnhofskiosk
Bürger aus Oberursel planen Bürgerbegehren
bie. OBERURSEL. Der provisorische Kiosk am Bahnhof, der nach Ablauf des Pachtvertrags inzwischen geräumt ist, hat dennoch weiterhin seine Anhänger. Eine Reihe von Privatpersonen hat inzwischen begonnen, Unterschriften für das erste Oberurseler Bürgerbegehren zu sammeln. Damit wollen sie eine Verlängerung oder Erneuerung mit dem bisherigen Betreiberehepaar Alles erreichen.
Die Initiatoren berufen sich auf die hundert Jahre zurückreichende Tradition eines Kiosks auf dem Bahnhofsvorplatz. Das jetzige Containerprovisorium war wegen der Umgestaltung des Platzes an der U-Bahnhaltestelle aufgestellt worden. Die Stadt hatte die Nutzung auf zwei Jahre befristet, weil die Planungen an dieser Stelle keinen Kiosk mehr vorsehen.
Die Stadtverordnetenversammlung befasste sich aufgrund eines Dringlichkeitsantrags der Linken am 22.November noch einmal mit dem Thema. Den Antrag unterstützten allerdings lediglich die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) unddie FDP. Alle anderen Fraktionen sprachen sich dafür aus, den Vertrag wie vorgesehen zu beenden. Die Betreiber des Bürgerbegehrens müssen nun innerhalb von acht Wochen nach dem Beschluss zehn Prozent der Oberurseler Wahlberechtigten zu einer Unterschrift bewegen, das sind knapp 3300 Bürger. Dann entscheiden die Stadtverordneten über die Zulässigkeit.
Sind alle formalen Vorgaben erfüllt, kommt es zu dem eigentlichen Bürgerentscheid. Unterdessen hat das Pächterehepaar pflichtgemäß am Montag die Schlüssel zurückgegeben. Die Stadt hatte den Container von einem Privatunternehmer gemietet, das ihn vermutlich Anfang Januar abholen wird. Informationen über das Bürgerbegehren gibt es auf der Seite www.oberurseler-forum.de im Internet.


Artikel der TZ vom 23. Dezember 2012, 20.10 Uhr (letzte Änderung 24. Dezember 2012, 04.02 Uhr)
Kleiner Markt mit großem Andrang
Stedter lieben ihr Weihnachtsmärktchen an der evangelischen Kirche – auch kurz vorm Fest
Im ganzen Taunus schlossen am Sonntag die Weihnachtsmärkte. Im ganzen Taunus? Nein! Ein Örtchen widersetzte sich und eröffnete am 23. Dezember seinen Adventsmarkt – aber nur für einen Nachmittag.

Von Manuela Reimer

Oberstedten. Rund um die evangelische Kirche feiern die Oberstedter ihren Adventsmarkt. Foto: PriedemuthWenn Oberstedten die Weihnachtstage mit seinem lauschigen kleinen Adventsmarkt einläutet, dann kommen die Bürger in Scharen. Dabei sind die Motive, die die Stedter aufs Märktchen an der evangelischen Kirche ziehen, naturgemäß unterschiedlich: Die großen kommen, um sich an den Weihnachtsmarktklassikern wie Bratwurst oder Flammkuchen zu laben oder sich ein paar Last-Minute-Geschenke wie einen farbenfrohen selbst gestrickten Schal zu 12 Euro zu sichern, die kleinen bevorzugen eine Runde auf dem bunt blinkenden Kinderkarussell.

Aber welche Gründe für die Stedter auch immer ausschlaggebend sind, die Handvoll Buden und Pavillons im Herzen ihres Ortes zu besuchen, Fakt ist, es herrscht dichtes Gedränge, und das schon kurz nach der Eröffnung um 15 Uhr. Hier trifft sich der Ort, das "Ah, grüß dich!" ist zu hören.

20 Listen gefüllt
Eine, die das ganz besonders freut, ist Angela Stohrer. Bekanntlich gehört sie zu den hartnäckigsten Kämpfern für den Erhalt des Kiosks der Familie Alles an seinem Standort am Oberurseler Bahnhof. Und nachdem sich das Parlament im November gegen den Fortbestand an dieser Stelle ausgesprochen hatte, wollen die Kioskfreunde nun ein Bürgerbegehren auf die Beine stellen (die TZ berichtete). Dafür sammeln sie gerade fleißig Unterschriften, auch auf dem Stedter Markt. "Hier haben wir schon fast 20 Listen gefüllt, dabei sind wir erst seit einer halben Stunde da", sagt Angela Stohrer, die sich kämpferisch gibt: "3600 Stimmen packen wir locker. Bürgermeister Brum kann sich warm anziehen!"

Grund genug gibt‘s für den Optimismus, schließlich habe man innerhalb einer Woche schon knapp 2000 Orscheler überzeugen können, berichtet Stohrer.

Dass die Aktion gerade auf dem Adventsmarkt so gut läuft, liegt nicht zuletzt an Mitstreiter Bernd Peppler, der seinen Uhu dabei hat. "Da kommen die Leute ganz von allein", freut sich Stohrer. Ob das schöne Tier, das vom erhabenen Platz aus alles mit seinen großen Augen verfolgt, den ganzen Rummel versteht, ist allerdings nicht überliefert.

Speisen bei den Turnern
Wer hungrig geworden ist vor lauter Bürgerengagement, ist beim Turnverein Oberstedten (TVO) richtig. 500 Brat- und Rindswürste haben die Turner im Gepäck, und die kommen bestens an. "Wir sind die Bratwurstspezialisten. Wir holen die Würste immer eigens in Kalbach vom besten Metzger", stapeln Schriftführerin Birgit Steffan und TVO-Mitglied Roland Fabian nicht gerade tief. Aber warum auch? "Die gehen alle weg", hat die Erfahrung der vergangenen Jahre gezeigt.

"Wir sind sehr zufrieden. Die Leute kommen. Auch, weil das Besondere an diesem Markt ist, dass sie sich zwischendurch in der Kirche aufwärmen können, wo dann Gottesdienst ist", weiß Steffan. Nur ist das Aufwärmen bei den Temperaturen kaum nötig, was vor allem dem Stand der Jugendfußballer vom 1. FC 09 Oberstedten und des Radfahrclubs zu schaffen macht. Denn hier gibt‘s alles, was das Herz erwärmt, Glühwein, Punsch und hausgemachten heißen Apfelwein. "Letztes Jahr lief es wetterbedingt besser", sagt Organisatorin Silke Langsdorf vom Fußballclub. "Wenn wir heute 100 Liter verkaufen, ist das gut."

Nötig wäre es, kommen doch die Einnahmen den jungen Kickern zugute. Und so eine Tasse Glühwein, die geht immer, vor allem einen Tag vor Heiligabend.


Artikel der Frankfurter Rundschau vom 17.12.2012
Bahnhofskiosk - Oberursel Bürger begehren auf
Von Jürgen Streicher

Letzter Tag im Bahnhofskiosk Oberursel - doch die Hoffnung stirbt zuletzt.
Im Kiosk von Daniela und Christof Alles geht es zu wie immer. Wie im Taubenschlag eben, ein Kommen und Gehen im Minutentakt. Kaffee, Zigaretten, Fahrscheine werden benötigt, für jeden ihrer Kunden hat Daniela Alles einen Gruß und ein freundliches Wort, viele kennt sie mit Namen. In 24 Jahren baut sich so manche Kiosk-Freundschaft auf. Dass es der traurigste Tag in all den Jahren ist, lässt sich die kleine resolute Frau nicht anmerken. „Ich hab’ schon genug geheult heute“, sagt sie, bis 19 Uhr – „ganz normal, wie immer“ – wird sie ihren Job so machen, wie es die Kundschaft gewohnt ist.

Die Politik hat es so gewollt, dass gestern der letzte Verkaufstag im schmucklosen Container-Kiosk war. SPD, Grüne und CDU hatten Ende November die letzte Hoffnung der Betreiber und ihrer Kunden auf Pachtverlängerung zerstört, als sie die längst angekündigte Schließung nicht aufschieben wollten.

„Warum, Herr Brum?“, steht auf einem Zettel an der Fassade, die Entscheidung im Rathaus wird auch dem Bürgermeister angelastet. Einem florierenden Betrieb mit großer Kundschaft die Zukunft zu verbauen, so etwas löst Unverständnis, Ärger und Trauer aus.

Rund 1500 Unterschriften hatten die Kämpfer pro Kiosk gesammelt, es gab Demonstrationen und Mahnwachen, das ZDF hat „den Fall“ als „Hammer der Woche“ unter die Leute gebracht. Genutzt hat es nichts, aber die Bürger begehren weiter auf. Im Kiosk lagen gestern wieder Listen zur Unterschrift aus, davor stand Nachbar Bernd Peppler mit ausgewachsenem Uhu auf dem Arm und sammelte weitere Unterschriften. Diesmal für ein Bürgerbegehren – den ersten Schritt auf dem Weg zu einem Bürgerentscheid, den die Kiosk-Verfechter erreichen wollen.

Rund 3300 Unterzeichner braucht das Begehren, um zugelassen zu werden, mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten müssen es unterstützen. Die Menschen sollen erklären, dass sie dafür sind, der Familie Alles oder Personen ihres Vertrauens weiter den Betrieb des Kiosks zu ermöglichen. Bis 18. Januar bleibt Zeit, die nötigen Unterstützer zu sammeln, acht Wochen nach dem Parlamentsbeschluss endet die Frist.

Der Betrieb im Kiosk lässt den ganzen Tag nicht nach. Stammkunden bringen Abschiedsgeschenke, das schönste ist ein Modell des Kiosks, liebevoll nachgebaut mit den Konterfeis von Stephan und Daniela Alles. Stadtbekannte Oberurseler schauen vorbei, fluchen auf die Stadt, unterschreiben auf einer der Listen, die auch schon in einem Dutzend Geschäften in der Innenstadt ausliegen. So richtig will es keiner glauben, dass noch am Abend die Lichter für immer ausgehen sollen. Schon über 200 Oberurseler haben mit ihrer Unterschrift bekundet, dass sie das nicht wollen.


Artikel der TZ vom 13. Dezember 2012
Bürgerentscheid zum Kiosk?
Heute ist das Ehepaar Alles noch einmal für seine Kunden da – zum letzten Mal, wie es derzeit aussieht. Am Wochenende wird der Kiosk am Bahnhof ausgeräumt, am Montag ist Schlüsselübergabe. Einige Oberurseler haben den Kampf um den kleinen Laden aber noch nicht aufgegeben.

Von Martina Jensong

Oberurseler Bürger sammeln Unterschriften – rund 3300 Unterstützer werden benötigt. (Symbolbild)
Oberursel. Unterschriftenaktion, Proteste, Mahnwachen – jetzt greifen die Unterstützer des Kiosks am Bahnhof zum letzten Mittel. Sie wollen per Bürgerentscheid erreichen, dass die Familie Alles ihren kleinen Laden an der U-Bahnstation am Bahnhof weiterbetreiben kann.

Wie berichtet, läuft der Mietvertrag mit dem Betreiberehepaar am heutigen Freitag aus. Schlüsselübergabe für den Container, in dem der Kiosk in den vergangenen 24 Monaten untergebracht war, soll am kommenden Montag sein.

Angela Stohrer und ihre Mitstreiter sind allerdings der Ansicht, dass dies nicht das letzte Kapitel in der Geschichte des Kiosks sein sollte. Sie sammeln Unterschriften für ein Bürgerbegehren – den ersten Schritt zum Bürgerentscheid. Es muss bestimmte formale Bedingungen erfüllen: Um zugelassen zu werden, muss es in der Brunnenstadt von mindestens zehn Prozent der wahlberechtigten Einwohner unterzeichnet sein – also rund 3300 Oberurselern. Und da sich das Begehren gegen einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung richtet, ist es innerhalb von acht Wochen nach Bekanntgabe der Entscheidung einzureichen.

Wie berichtet, hatte sich das Parlament am 22. November mehrheitlich gegen den Erhalt des Kiosks ausgesprochen. Angela Stohrer und ihre Mitstreiter müssen ihr Begehren also bis zum 18. Januar einreichen. Anschließend entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über dessen Zulässigkeit. Ist das Begehren zulässig, muss der Bürgerentscheid innerhalb von sechs Monaten über die Bühne gehen. Dabei entscheidet dann die Mehrheit der gültigen Stimmen, die allerdings mindestens 25 Prozent der stimmberechtigten Oberurseler ausmachen muss.

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Zunächst einmal hat sich die Unterstützergruppe zum Ziel gesetzt, gut 3600 Unterschriften zusammenzubekommen. Wer unterzeichnet, stimmt dafür, "den Betrieb des Kiosks am Oberurseler Bahnhof (zwischen U-Bahn und Busbahnhof) durch die Familie Alles oder Personen ihres Vertrauens weiterhin zu ermöglichen, beispielsweise durch Verlängerung oder Erneuerung des bisherigen Pachtvertrags" – so lautet die Formulierung auf den Listen.

Seit Samstag ist die Gruppe am Unterschriftensammeln. Sie klappert unter anderem Läden ab, in denen die Listen ausgelegt werden sollen. Eine Zwischenbilanz will sie heute ziehen: Um 17.30 Uhr sollen am Kiosk die Namen derer, die bereits unterzeichnet haben, gezählt werden.

Wie berichtet, betrachtet der Unterstützerkreis den Kiosk als eine Institution, ein Ort, an dem Integration gelebt wird. Den "guten Kaffee" nennt Angela Stohrer lächelnd als weiteren Grund dafür, warum um den Erhalt des kleinen Ladens gekämpft werden sollte. "Wir befürchten, dass ansonsten dort, wenn in sechs bis neun Monaten Gras über die Sache gewachsen ist, eine Kette wie ,Starbucks‘ hinkommt." So wertet sie jedenfalls eine Äußerung des Rathauschefs Hans-Georg Brum (SPD), der im Verlauf der Diskussion auch einmal davon gesprochen hatte, man wolle auch anderen am Bahnhof eine Chance geben.

Unabhängig davon, wie die Aktion ausgeht – schon jetzt steht fest, dass die Kiosk-Freunde in Oberursel Neuland betreten. Denn ein Bürgerbegehren gab es in der Brunnenstadt bisher nicht. (mj)

Kommentare:
Der Gast Gast schrieb am 14.12.2012 10:27 Uhr
Für den Erhalt eines schönen Bahnhofsvorplatzer
Langsam reicht es wirklich mit dem Quatsch. Die Schließkung des
Kioskgebäudes ist lange und nachvolziehbar gut geplant und die
Betreiber haben sehr gute Alternativangebote ausgeschlagen. Das
dieses Provisorium an dieser Stelle nicht bleiben soll und kann
dürfte allen klar sein. Ich persönlich finde es gut, wenn der
Bahnhofsvorplatz offen und einladend aussieht und dort keine
hutzeliges Kisokgebäude mehr rumsteht. Ich fände es gut, wenn
das Kios in umliegende Gebäude (Ärztehaus etc.) umziehen
würde. Dem Kiosk an der jetzigen Stelle, der noch dazu bestimmt
keine Institution ist, werden wohl die allerwenigsten Bürger eine
Träne nachweinen.

Während es also nachvollziehbare Argumente für die Schließung
gibt, spricht leider kaum eines für den Erhalt dieser Container!
Face it, Wutbürger Oberursels!


Michael Dill schrieb am 14.12.2012 13:12 Uhr
Bürgerengagement, das vorbildlich ist!
Die Zeiten schienen vorbei, in denen sich der eine um den anderen wirklich kümmert und echte Solidarität gelebt wird ohne eine wirkliche Gegenleistung erhalten zu wollen - und das ohne hohle Phrasen zu verbreiten, wie es in der Politik im Allgemeinen leider viel zu oft vorkommt.

Hier ist wieder solch ein Fall von sinnvollem Bürgerengagement, dem von der Politik so viel zitieren aber fast nie gelebten "miteinander", der vorbildlich für viele sein sollte.

Auch für mich als Steinbacher war und ist nicht ersichtlich, warum dieser Kiosk weichen sollte. Welcher Grund steckt dahinter? Überall wo man hinschaut werden alte, liebgewonnene Institutionen und wichtige Anlaufstellen im alltäglichen Leben, und dieser Kiosk scheint für die Bürger Oberursels ein solcher zu sein, einfach weggewischt ohne Rücksicht auf Verluste. Ausgetauscht wie so vieles andere auch in unseren Innenstädten und stattdessen hineingepresst in ein langweiliges "Eine-Welt-Design" und betrieben von unpersönlichem Einheitspersonal. In vielen Städten ist Originalität und eine Unterscheidung wo man sich eigentlich gerade befindet gar nicht mehr möglich. Wird diese Strategie gefahren weil man scheinbar "modern" und "zukunftsgewandt" sein möchte, unterstützt von zweifelhaften Beratern die solche Entscheidungen innerhalb der Politik beflügeln?
Nein, "Monokulturen" alá Starbucks und sowie andere Ketten braucht in Wirklichkeit niemend. Originalität und Authentizität vermittelt meiner Meinung nach Heimat und darauf kommt es für die Bürger in einer Stadt an! Dieses Gefühl der heimatlichen Verbundenheit ist auch nicht durch das "hippe" Gefühl zu ersetzen, mit einem "Starbucks"-Becher durch die Stadt zu laufen... Man kann den Initiatoren daher nur alles Gute und viel Erfolg wünschen für dieses Vorhaben in dieser knappen Zeit.
Leider kann ich nicht unterschreiben, ich würde es aber tun und werde meine Oberurseler Bekannten zur Unterschrift nach besten Kräften animieren!
MfG
Michael Dill


Friedrichs Dorfer schrieb am 14.12.2012 14:02 Uhr
Schade
Schade das ich nicht in Oberursel wohne.
Ich würde gerne und sofort unterschreiben.

Ist eigentlich schon jemand auf die Idee gekommen das der Kiosk mit seinen überaus günstigen Preisen wegen der Bahn schliessen muß ? Nebenan im Bahnhofsgebäude ist doch ein "Bahn-Store" oder wie die Dinger auch immer heißen.
Hier lässt meiner Meinung nach das Kapital mal wieder seine Muskeln spielen....

Ich hoffe jedenfalls dass der Kiosk bleiben kann und mein sich die Mehrheit gegen solche unsozialen Menschen wie meinen Vorkommentator durchsetzt.



Artikel der TaunusZeitung vom 28. November 2012
Streit um Kiosk und kein Ende
Gerücht um Abfindung für Betreiberpaar erregt Unmut – Brum haut auf den Tisch
Der Kiosk am Bahnhof wird geschlossen – trotzdem stellten die Betreiber sowie einige beharrliche Kämpfer für den Erhalt des Lädchens die Verantwortlichen noch einmal zur Rede. Der Grund: Falsche Aussagen über eine angebliche Abfindung.

Von Jasmin Takim

Oberursel. So sieht man den Rathauschef selten. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) schlug am Montagabend kräftig mit der Faust auf den Tisch. "So können wir dieses Gespräch nicht vernünftig führen!" Bei der vorerst letzten offiziellen Runde zur Schließung des Bahnhofskiosks kochten die Emotionen wieder einmal hoch – obwohl die Würfel eigentlich längst gefallen sind. Das Stadtparlament hatte mit großer Mehrheit das Ende des seit Monaten in der Diskussion stehenden Lädchens vergangene Woche bereits endgültig beschlossen (TZ berichtete). Am 14. Dezember gehen die Lichter im weißen Container nun aus.

Doch wer die Kämpfer für den Erhalt des Kiosks kennt, wusste, dass sich die rührige Truppe auch weiterhin nicht ihrem Schicksal ergeben würde. Und so organisierte Angela Stohrer, die derzeit auch eine wöchentliche Mahnwache am Bahnhof hält, eine abschließende Diskussion mit dem Bürgermeister und Stadtentwickler Arnold Richter.

Große Aufregung in der Runde gab es wegen des sich hartnäckig haltenden Gerüchts, das Betreiberpaar habe eine Abfindung von 7000 Euro erhalten. Diese Behauptung hatte in der jüngsten Stadtverordnetensitzung am vergangenen Donnerstag die Runde gemacht, ebenso wie eine falsche Angabe zur Miete, die das Ehepaar Alles für das Provisorium zahlt.

Brum konnte zum Urheber der Gerüchte nichts sagen. Allerdings kritisierte auch er, dass der Stadtverordnete Thomas Studanski (CDU) die Behauptung in der Parlamentssitzung verbreitet hatte. Die Gerüchte hätten sich womöglich auf die Entscheidung des Parlaments ausgewirkt, befürchtet Angela Stohrer. "Wenn diese falschen Aussagen nicht aufgekommen wären, wäre der Beschluss vielleicht anders ausgefallen", gab sie in der Runde zu bedenken.

Doch die Diskussion über nicht transparente Bebauungspläne, angeblich falsche Versprechungen und nicht genutzte Angebote drehte sich im Kreis. "Leute, ich hab doch kein Mandat mehr", erinnerte Brum die aufgebrachte Runde immer wieder. Klar ist: In Sachen Kiosk-Schließung wurde dieses Mal über gelegte Eier gestritten.

Offen blieb aber die Frage, ob es in Zukunft eine Alternative für das Betreiberpaar gibt kann. Die Stadt will ein neues Gebäude am Bahnhof hochziehen, das im Erdgeschoss auch Platz für einen Kiosk bieten könnte. Und auch die Frage, ob der Platz vor dem Bahnhof wieder für einen Kiosk ausgeschrieben wird, bleibt weiterhin offen. Brum wollte nicht ausschließen, dass neue Bewerber zu den Konditionen der Stadt eine Chance erhalten könnten. Die verhärteten Fronten zwischen den Entscheidungsträgern und den Kiosk-Befürwortern bleiben also bestehen. "Kommunikationsprobleme, mangelnde Transparenz und zu wenig Mitspracherecht" warfen die Bürger der Stadt vor – nicht nur in Sachen Kiosk, sondern auch bei anderen Projekten wie dem Schwimmbad.

Artikel der Taunuszeitung vom 21. Oktober 2012
"Mehr als nur ein Warenwechsel"
Oberurseler protestieren gegen das Aus für den Kiosk am Bahnhof
Mehr als 60 Bürger setzten sich am Samstag bei einer Demonstration für den Erhalt des Kiosks vor dem Oberurseler Bahnhof ein. Die Argumente von Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) gegen den Verbleib des Kiosks warfen Fragen auf.


Oberursel.
Gisela Grützemacher (mit Mirkofon) forderte den Bürgermeister auf, sich für den Erhalt des Kiosks einzusetzen. "Warum sollte man Ersatz für etwas schaffen, was schon ideal ist?", fragte sie.


Foto: Bernhardt

Mitte Dezember ist Schluss. Dann werden an der Nassauer Straße nahe den U-Bahngleisen keine Fahrkarten, Zigaretten und Zeitungen mehr verkauft. Und es wird auch keinen kurzen Plausch zwischen Kiosk-Betreiber und Kunde mehr geben. Der Kiosk, der seit 24 Jahren von Christoph und Daniela Alles betrieben wird und nach Meinung vieler Kunden auch sozialer Treffpunkt ist, soll verschwinden. Die Stadt verlängert den Vertrag mit dem Kioskbetreiber nicht. Dagegen protestierten am Samstag mehr als 60 Bürger vor dem Kiosk. Rund 1000 Unterschriften hatten sie für den Erhalt bereits gesammelt, bei der Demo am Samstag kamen weitere hinzu.


Keine Beweise

Die Frage, warum es keine Alternative zur Schließung des Kiosks geben könne, trieb einige Bürger auch noch nach Ende der Demonstration um. Einige vermuteten, dass der Platz bereits an einen Großinvestor vergeben sei. Beweise dafür gab es nicht.

Der Kiosk sei mehr als nur ein Ort, an dem die Waren anonym den Besitzer wechseln und der Kaffee für nur 60 Cent zu haben sei. Er sei auch ein Ort, an dem sich alle Generationen, Jung und Alt sowie Menschen mit Behinderung vorurteilsfrei austauschen können, ein Ort, an dem Integration gelebt werde. Diese Sichtweise wurde in zahlreichen Reden der Kiosk-Befürwortet deutlich. Spätestens nach zwei drei Mal Einkaufen kenne man sich, wisse der Betreiber, wie man den Kaffee trinke und welche Zeitung man kaufe, hieß es. "Der Kiosk muss bleiben, sonst werden wir nur noch Hochhäuser haben, und die Leute werden sich untereinander nicht mehr kennen", warnte ein Bürger.

"Es ist wichtig, dass der Kiosk vom Ehepaar Alles betrieben wird. Es kann nicht jeder den Kunden mit solcher Herzlichkeit begegnen", betonte Gisela Grützmacher. Stattdessen werde eine Existenz vernichtet, kritisierte sie. Der Kioskbetreiber biete seine Ware preiswert an. Diesen Aspekt ebenso wie die Herzlichkeit der Familie Alles hoben auch Mitarbeiter der Oberurseler Werkstätten für Behinderte hervor. "Der DB-Store ist viel zu teuer, die Bedienung viel zu unfreundlich", sagte Gerd Behrens, Mitarbeiter der Oberurseler Werkstätten.

Auch Bernd Peppler brach eine Lanze für den Kiosk. Er betreibt gemeinsam mit seiner Frau Liisa Inkinen auf der anderen Seite der Nassauer Straße ein PC-Geschäft und eine Gästevilla. "Als Nachbar ist er uns sehr angenehm, und Kiosk-Kunden sind uns noch nie negativ aufgefallen. Der Kiosk sollte bleiben", sagte Peppler. Wichtig seien auch die öffentlichen, kostenlosen Toiletten, betonten Demonstranten. Sie würden auch während des Flohmarkts benötigt. "Bis zum DB-Store läuft kein Busfahrer. Sie gehen dann in unseren Vorgarten", befürchtete Peppler.

Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) begründete das Aus des Kiosks mit der künftigen Verkehrsplanung, die allerdings noch nicht feststehe. "Wir werden zu einer neuen Verkehrsführung kommen und wissen noch nicht, wie die Belastungen sind. Wir wollen nicht, dass am Kiosk kurz geparkt wird. Wir brauchen einen Verkehrsfluss und Sicherheit für Fußgänger", so der Bürgermeister, der für diese Aussagen Protestrufe erntete. Mit dem neuen Bahnhof habe die Stadt den Platz belebt, sagte Brum, begleitet von Buh-Rufen.

"Was soll an dem Platz schöner sein, wenn er leer ist", fragte ein Bürger. "Es kann sein", so der Bürgermeister, "dass in zwei Jahren hier wieder ein Kiosk eröffnet wird. Aber wir können nicht vorgreifen." Warum der Vertrag des Kioskbetreibers nicht bis dahin verlängert werde? Diese Frage, die Redner stellten, ließ Brum unbeantwortet.

Den Demonstranten warf Brum vor, dass sie erst auf die Schließung reagieren, wenn die Entscheidung schon gefallen sei und nicht vorher. Sprecherinnen der Demo bot der Bürgermeister ein Gespräch an, dem Betreiber-Ehepaar nicht.

Der Betreiber hatte vor, einen Pavillon für 150 000 Euro in Modulbauweise zu errichten – wie es sie auf der Zeil in Frankfurt gibt, plus zweier öffentlicher Toiletten. Mit Oberursel hätte er einen Pachtvertrag geschlossen. Nach der Abschreibung, nach 10 bis 15 Jahren wäre der Pavillon ins Eigentum der Stadt übergegangen, so Alles. sob (sob)



Artikel der TZ vom 21. Oktober 2012
Zum Thema: Idealer Standort
Das Aus des Kiosks bekommen auch die Stadtwerke zu spüren. Denn der Kiosk verkauft stadtweit mit einer weiteren Vorverkaufsstelle die meisten Fahrkarten. Die Stadtwerke müssen die Einnahmen zwar innerhalb bestimmter Fristen an den RMV abführen, sagt Jürgen Funke, Geschäftsführer der Stadtwerke. Der Durchlaufposten spüle ihnen jedoch vorübergehend Geld in die Kasse. Zudem erhalten die Stadtwerken ein Anteil der Einnahmen. Um welche Summe es sich handelt, wollte Funke nicht sagen. Für den Kiosk als Vorverkaufsstelle hätten die Stadtwerke noch keinen Ersatz. "Wir müssen sehen, dass wir einen Laden in der Vorstadt finden", ergänzte Funke. Der Standort an der Nassauer Straße sei optimal gewesen. sob



Bericht der FR vom 22. Oktober 2012
Oberursel Bahnhof Demo
Kunden kämpfen um ihr Kiosk
Von Miriam Keilbach
Kioskbesitzer Christoph Alles (links), Demo-Initiatorin Angelika Stohrer und Bürgermeister Hans-Georg Brum im Gepräch.

Foto: Monika Müller


Rund 80 Kunden demonstrieren am Samstag für den Verbleib des Kiosks der Familie Alles am Oberurseler U-Bahnhof. Bürgermeister Hans-Georg Brum stellt sich der Kritik der Bürger und bietet der Betreiber-Familie ein weiteres Gespräch an.


Nicht jeder kann einen Kiosk betreiben. Es ist uns wichtig, dass Herr und Frau Alles das machen mit ihrer Herzlichkeit, Natürlichkeit und Schlichtheit“, spricht Gisela Grützmacher in das Mikrofon. Die rund 80 Demonstranten applaudieren. Sie setzen sich für den Erhalt des Kiosks am Oberurseler U-Bahnhof ein, den die Familie Alles seit 24 Jahren betreibt.

Am 14. Dezember läuft der Vertrag für den Kiosk, der seit zwei Jahren in einem Container untergebracht ist, aus. Rund 1000 Menschen haben mit ihrer Unterschrift für den Erhalt des Kiosks, der seit 100 Jahren an jener Stelle steht, ausgesprochen. „Wo sollen wir hin, wenn es kalt ist und regnet?“, fragt Gerd Behrends bei der Demonstration. Den DB Store auf der anderen Seite der Gleise halten viele nicht für eine Alternative. „Auf die Toilette zu gehen, kostet dort 50 Cent. Das können nicht alle bezahlen“, sagt Behrends. „Ich bin seit 24 Jahren hier, ich habe die Leute groß werden sehen“, sagte Kioskbesitzer Christoph Alles. Um das geht es den Demonstranten: Im Kiosk kenne man sich, es sei persönlich und günstig – im Gegensatz zum neuen DB Store.

„Der Kaffee im Kiosk ist auch deshalb so günstig, weil wir keine Pacht für Grund und Boden verlangen“, sagt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), der sich der Kritik stellte. Er wolle sich auch für die sozial Schwachen stark machen. Mehrere Bürger berichteten, dass Behinderte und Ausländer weggeschickt worden seien, als sie im DB Store die Toilette benutzen wollten. „Hier leben Behinderte und Nichtbehinderte zusammen, hier ist Integration“, sagt ein Demonstrant.

Der Kiosk ist seit Jahren ein Treffpunkt der Stadt. Die Beschäftigten der Behindertenwerkstätten kommen zum Kaffeetrinken wie auch Pendler. Auch die Bahn- und Busfahrer holten sich ihren Kaffee im Kiosk, sagt Angelika Stohrer, die die Demonstration organisierte. „Die haben nicht die Zeit, auf die andere Seite rüberzulaufen“, sagt Stohrer, die vor acht Jahren nach Oberursel zog und im Kiosk Anschluss fand.

Brum sieht unter anderem ein Problem darin, dass Autofahrer ihr Auto abstellen, um in den Kiosk zu gehen. So parkte während der Demo ein Lieferwagen an der Nassauer Straße und blockierte eine Fahrspur. „Wir wollen nicht, dass hier geparkt wird, wir brauchen an dieser Stelle Verkehrsfluss und Sicherheit für die Fußgänger“, sagt Brum, während die Demonstranten buhen.

Die Planungen, so Brum, seien längst bekannt. Sie hätten nie einen Kiosk vorgesehen, doch Protest komme erst jetzt auf. „Wir können die Stadtplanung von zehn Jahren nicht von persönlichen Faktoren abhängig machen“, sagt Brum. „Es geht um alle Bürger.“ Alternative Standorte rund um den Bahnhof habe Familie Alles ausgeschlagen. „Im Mittelpunkt stand immer nur dieser Standort“, sagt Brum. Christoph Alles sagt, die Miete im neuen Ärztehaus, wo ihm ein Platz für den Kiosk angeboten wurde, hätte er sich nicht leisten können.

Brum sagt, er nehme die Eindrücke von der Demonstration mit in den Magistrat. Er will vorschlagen, noch einmal in Gespräche zu treten. „Ich glaube, dass wir ein Gesprächsangebot bekommen, aber ich denke nicht, dass das etwas ändert“, sagt Alles. Die Kunden fordern, den Container stehen zu lassen, bis eine Alternative für den Kiosk gefunden ist. Familie Alles hatte vorgeschlagen, 150000 Euro zu investieren, um den Container durch einen Pavillon, wie sie etwa auf der Frankfurter Zeil stehen, zu ersetzen.




http://www.oberurselerstadtkurier.de/startseite/bildergalerie/bilder-der-demo-gegen-schlie%C3%9Fung-von-u-bahn-kiosk
Bilder von der Demo "Stoppt die Schließung des U-Bahn Kiosk!"
Samstag, den 20.10.12 11:00 Uhr



Bericht der FR vom 18. Oktober 2012
Oberursel Bahnhof - Kampf um den Kiosk
Von Miriam Keilbach

Mit dem Kiosk verliert Christoph Alles die Existenzgrundlage.

Foto: Rolf Oeser





Kunden demonstrieren
für den Erhalt des Kiosk an
der Oberurseler U-Bahn-Haltestelle.
Doch die städtische Planung sieht
dort keinen Verkaufsladen mehr vor.

Manchmal haben es Städteplaner schwer. Der Oberurseler Arnold Richter hat ein Problem mit einem Container, in dem ein Kiosk betrieben wird. Für das Stadtbild soll er weichen, doch 700 Bürger sind dagegen. „Die Stadt hat zwei Sichtweisen“, sagt er. „Wir haben Verständnis für die Familie, die seit 24 Jahren von dem Kiosk lebt und Verständnis für die Kunden, die den Kiosk nicht abgeben wollen“.

Das „Aber“ ist für die Familie relevanter: „Das kann aber nicht maßgeblich sein für die Stadtplanung. Es geht hier um den Gesamtbereich Bahnhof und darum, die Innenstadt weiterzuentwickeln“, sagt Richter. Er bittet um Verständnis, dass ein Container auf dem neu gestalteten Platz keine langfristige Lösung sein könne.

Seit 100 Jahren steht der Kiosk an der U-Bahn-Haltestelle. Bis 2010 war es ein Festbau, im Zuge der Umgestaltung zum Hessentag musste der baufällige Bau weichen. Damit endete der Vertrag zwischen der Kioskbetreiber-Familie Alles und der VGF. Die Stadt gewährte Christoph Alles zwei Jahre, in denen er einen Container für den Verkauf nutzte. Doch die städtische Planung sieht dort keinen Kiosk mehr vor, die Freiflächen seien Bauflächen. „Wir haben Familie Alles Zeit zur Neuorientierung gegeben. Wir wollen sie ja nicht aus Oberursel vertreiben“, sagt Richter.

Kioskbetreiber spricht von Mobbing

Die Familie sieht das anders. Christoph Alles spricht von Mobbing. Den 52-Jährigen Seulberger ärgert, wie mit ihm umgegangen werde. Alles habe etwa ein Konzept für einen neuen Kiosk im Rathaus abgeben lassen. Auf der Bauausschuss-Sitzung sagte Bürgermeister Hans-Georg Brum, nichts von dem Konzept zu wissen. Kurze Zeit später habe er laut einer Ausschuss-Besucherin gesagt, das Konzept sei chaotisch. „Es sah keinen Festbau, sondern einen anderen Container vor, also wieder ein Provisorium“, versucht Richter das Missverständnis zu erklären. Auf der selben Sitzung sagte Brum, Alles erhalte 500 Euro Mietnachlass. Gegenüber Medien korrigierte er: Das Geld ist für die öffentlichen Toiletten am Kiosk.

Die Stadt bot Familie Alles an, den neuen DB Store zu übernehmen, doch sie lehnte ab. „Sie dachten, es würde eine finanzielle Totgeburt, heute wissen wir, dass es anders ist“, sagt Richter.

Anders ist es, sagt Alles, aber aus einem anderen Grund: „Der jetzige Betreiber besitzt mehrere Kioske, der braucht weniger Gewinn pro Kiosk.“ Außerdem sei bei dem Franchise-Unternehmen alles vorgegeben, vom Personal bis zu den Öffnungszeiten. War das Angebot eine Alternative? Richter sagt: „Wirtschaftlich kann ich das nicht beurteilen.“
Christoph Alles verliert am 14. Dezember seine Existenz. Seine Frau Daniela, die bei ihm angestellt ist, wird arbeitslos. Zunächst werden sie vom Ersparten leben, ob sie noch einmal investieren, wissen sie nicht. Die Kunden haben für den kommenden Samstag eine Demonstration angemeldet.

Die Stadt Oberursel fühlt sich nicht weiter verantwortlich. Richter sagt: „Die Stadt ist nicht für die Standortsuche zuständig. Herr Alles hat ein Unternehmen und ist dafür selbst verantwortlich.“


Zuletzt bearbeitet von ... am 12.02.2013, 19:06, insgesamt 16-mal bearbeitet


 Bürgerpetition auf Avaaz.org      Verfasst am: 17.01.2013, 07:46       Nach oben   


"Bürgerbegehren U-Bahn-Kiosk" hat nun eine eigene Seite auf Avaaz.org: http://www.avaaz.org/de/petition/Unterstuetzt_das_Buergerbegehren_UBahnKiosk_Oberursel/


 Bernd Lokki Peppler schrieb am 17.12.2012:      Verfasst am: 16.01.2013, 20:04       Nach oben   


Bernd Lokki Peppler schrieb am 17.12.2012:
Nassauer Strasse
Wenn ihr eure Unterschriften-Liste fertig habt,
könnt ihr mich gerne anrufen unter 0171-3304118
...oder mailen an Buergerbegehren_Kiosk_Oberursel@gmx.de )


Ich bin auch zwischen den Jahren fast rund um die Uhr immer am Bahnhof
...und hole die Listen gerne auch bei euch zuhause ab, wenn ihr nicht selber kommen könnt.



Ansonsten könnt ihr die ausgefüllten Listen auch bis zum 17.01.2013 15:00
in den roten Briefkasten der Nassauer Strasse 8 einwerfen

...am Computerladen direkt gegenüber des U-Bahn-Kiosk.


Achtet bitte darauf, daß auch das Geburtsdatum korrekt eingetragen wird
Das vergessen leider viele !!!!

Gruss
Bernd Smile


Zuletzt bearbeitet von ... am 16.01.2013, 20:04, insgesamt 2-mal bearbeitet


 Unterschriftenliste zum Buergerbegehren:      Verfasst am: 10.01.2013, 19:03       Nach oben   


Unterschriftenliste zum Bürgerbegehren "U-BAHN-KIOSK":
http://www.phorumursellis.de/Kiosk_BB_Unterschriftenliste.pdf

Dank der intensiven und freundlichen Unterstützung des Einwohnermeldeamts steht nun die Unterschriftenliste zum Bügerbegehren als PDF zum Download bereit:
Ausdrucken, möglichst viele Freunde, Bekannte und Verwande unterschreiben lassen und dann abgeben
1. am U-Bahn-Kiosk - solange es noch steht (durchgehend geöffnet von 05:00 bis 19:00)
2. am Computerladen direkt gegenüber des Kiosks (während der Unterschriftenaktion durchgehend geöffnet von 07:00 bis 20:00)
3. In vielen Oberurseler Geschäften, Praxen, Kanzleien und Betrieben liegen mittlerweise die Listen aus
Vielen vielen Dank allen Helfern und Unterstützern !!!

PS:
Für alle, die NICHT in Oberursel wahlberechtigt sind, haben wir eine abgespeckte Liste erstellt, mit der sie einfach nur so ihre Solidarität bekunden können:
http://www.phorumursellis.de/Kiosk_BB_Unterschriftenliste_Kinder.pdf


Zuletzt bearbeitet von ... am 10.01.2013, 19:03, insgesamt 6-mal bearbeitet


       Verfasst am: 07.01.2013, 22:06       Nach oben   


Die Liste http://www.phorumursellis.de/Kiosk_BB_Unterschriftenliste.pdf liegt in Oberursel an folgenden Stellen öffentlich aus:

- Kiosk am U-Bahnhof : leider nur bis 14.Dezember 2012 Sad

- Alberti, Strackgasse / Korfstrasse 15 www
- Antiquariat Marion von Nolting, Kumeliusstrasse 3 www
- Bücherstube Frank Wildhage, Oberhöchstadter Str.2-4 (Bärenkreuzung)
- Bücherstube Libra, Razhausplatz
- BCH Audio, Feldbergstrasse 31 www
- Burkard Augenoptik - Uhren Gold und Silberwaren GmbH & Co KG, Vorstadt 24 www
- City Bike & Fun, Holzweg 7 www
- Computer am Bahnhof, LOKKI oHg, Nassauer Strasse 8 www
- Dagmar Fey, Café Lust - Presente, Wohnen, Mode und Accessoires, Holzweg 9a www
- Eckard Fleischwaren, Taunusstraße 87, Stierstadt www
- ElectroStore Hans Rod, Eppsteiner Strasse 10 www
- Elektro Bartos, Holzweg 9 www
- Fischer Heizung und Sanitär, Holzweg 9a www
- HairDesign by Skelzen Maksuti, Untere Hainstr., 06171/9160108
- Papier Friedrich, Holzweg / Eppsteiner Str.2 www
- Present, Vorstadt 26
- Videothek Word of Video, Holzweg www
- Schaumalrein, Betten Steinecker, Untere Hainstr. 2 www
- Schlemmerparadies Hahn, Strackgasse 11
- Schmuck Tienda, Vorstadt 13 www
- Schützen Apotheke, Liebfrauenstr.3 www
....Liste wird erweitert


       Verfasst am: 31.12.2012, 10:18       Nach oben   


HISTORIE - Kurze Chronologie aus dem Stegreif:
Einen Kiosk gab es dort schon zu Kaiser´s Zeiten

Die Familie Alles betreibt den Kiosk nun schon seit 24 Jahren.

Vor dem Hessentag musste der Kiosk den Bauarbeiten weichen und wurde in einem Container zwischen kleiner Adenauerallee und Springbrunnen "abgestellt"

Zehn Tage vor Weihnachten (eineinhalb Jahre nach dem Hessentag) soll er nun ganz weg: Er ist nach 24 erfolgreichen Jahren "nicht mehr erwünscht"

Im November 2012 veranstalteten engagierte Kunden eine Demo und sammelten 1400 Unterschriften

Alle regionalen Zeitungen berichteten positiv über die "Institution Kiosk am U-Bahnhof Oberursel"

Am 22.11.2012 wurde ein Eilantrag durch die neue Schwimmbadkoalition im Stadtparlament abgelehnt

Am 26.11.2012 stellte man in einem Gespräch fest, daß dem Stadtparlament falsche Informationen zugespielt wurden

Am 30.11.2012 drehte das ZDF hier "den Hammer der Woche"

Am 03.12.2012 beantragte eine engagierte Kundin ein Bürgerbegehren, welches umgehend aus formalen Gründen abgelehnt wurde.
Vom 07.-12.12.2012 wurde im Dialog mit dem Oberurseler Einwohnermeldeamt versucht, den Antrag entsprechend umzuformulieren.

Seit 12.12.2012 wird die Liste per Mail-Anhang verteilt und liegt in Oberursel an vielen Stellen öffentlich aus.
















Weitere historische Fotos unter http://www.oberursel.de/stadtleben/oberursel/bauen-wohnen/bahnhof/bahnhofshistorie/
Bürgerbegehren U-Bahn Kiosk in facebook: Oberursel: Skizze von Bernd Lokki Peppler anhand einer historischen Postkarte.


Zuletzt bearbeitet von ... am 10.01.2013, 09:07, insgesamt 19-mal bearbeitet


       Verfasst am: 24.12.2012, 21:52       Nach oben   


"Bürgerbegehren U-Bahn-Kiosk" hat nun eine eigene facebook-Seite : https://www.facebook.com/ubahnkioskoberursel


Zuletzt bearbeitet von ... am 11.01.2013, 07:48, insgesamt 2-mal bearbeitet


 Lichterfest am Bahnhof Oberusel      Verfasst am: 24.11.2012, 13:02       Nach oben   


In wkw und facebook wurde folgendes Event eingetrage:
Von Donnerstag, 29.November 2012 bis Sonntag, 02.Dezember 2012 bittet euch Mirja von der Grafentaverne zum Mittelaltermarkt in Oberursel

..aber am Freitag, 30. November 2012 gibt es ein ganz besonderes Event:



Lichterfest am Bahnhof Oberursel zur Rettung des U-Bahn-Kiosks
am Freitag, 30.11.2012 ab 17:00

Vergesst an diesem Freitag mal ganz kurz den Weihnachtsmarkt
..und kommt zum Bahnhof !

Bringt windsichere Kerzen oder Laternen mit
...und einen Kugelschreiber zum Unterschreiben.

Wir spendieren einige Fässer Bier, heissen Met und Glühwein, Feuerschale und Kaminholz
...und als Zugabe gibt es unseren hauseigenen "Waldbock" als DJ (und unsere Greifvögel als Hingucker für die Kinder)

Es geht um das Überleben unseres letzten Nachbarn - des U-Bahn-Kiosk Oberursel (Famillie Alles)

Shit at those fucking home slayers !


Infos über das Kiosk:
http://www.phorumursellis.de/viewtopic.php?t=94914


 BÜRGERBEGEHREN : Rettet das U-Bahn-Kiosk am Bahnhof Oberurse      Verfasst am: 24.10.2012, 09:10       Nach oben   


Weiterleitung zum Thema Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !


20.10.2012 00:48 Uhr - Autor: B+L - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Vor ein paar Stunden brachte mir eine Nachbarin folgenden Flyer (den ich natürlich sofort gescannt hatte):

STOPPT DIE SCHLIESSUNG DES U-BAHN-KIOSK!
Demonstration
SAMSTAG, 20.10.2012
NASSAUER STRASSE, AB 11:00

- NICHT NUR EIN KIOSK; SONDERN EINE INSTITUTION!

- SEIT ÜBER 20 JAHREN DURCH DIE FAMILIE ALLES!

- SEIT ÜBER 100 JAHREN AN EIN UND DEMSELBEN ORT!

- ZÄHLEN 600 BÜRGERSTIMMEN ÜBERHAUPT NICHT?

- TREFFPUNKT VON "JUNG" UND "ALT"

- TREFFPUNKT VON MENSCHEN MIT UND OHNE HANDICAP

- WO GEHEN WIR KOSTENLOS AUF DIE TOILETTE, HR. BRUM?

- WO BEKOMMEN WIR INFO (RMV) UND KLEINGELD FÜR AUTOMATEN?

- WO KAUFEN WIR UNSERE FAHRKARTEN, WENN ES ANDERSWO NICHT KLAPPT ?

- WOCHEN UND MONATSKARTEN SEIT ÜBER 30 JAHREN!

- ANLAUFSTELLE FÜR VIELE ZUM ERSTEN KAFEE UND SCHWATZ DES TAGES!

- WIR WOLLEN KEINE ÖDEN UND MENSCHENLEEREN BAHNHOFSVORPLATZ

- GEGEN DAS EINGREIFEN IN DIE FREIE MARKTWIRTSCHAFT DURCH DEN BÜRGERMEISTER!

- WELCHE ZUGESTÄNDNISSE SIND AN DIE ANDEREN GEMACHT WORDEN?

- NACH SCHLIESSUNG CHANCE FÜR ANDERE, WARUM?

- WURDE DAS IM STADTPARLAMENT BESCHLOSSEN?


Antworten Zitieren20.10.2012 00:50 Uhr - Autor: B+L - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Hier ein Bericht der FR:
http://www.fr-online.de/bad-homburg/oberursel-bahnhof-kampf-um-den-kiosk,1472864,20647262.html

Antworten Zitieren20.10.2012 00:50 Uhr - Autor: B+L - Heute Demo:
Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Schon krass - die Familie Alles mit ihrem Kiosk sind die einzigen "echten" Nachbarn, die wir hier am Bahnhof überhaupt noch haben (ansonsten nur noch anonyme Franchiser und Filialisten aus Frankfurt, Königstein und wo auch immer her)

Ist doch klar, daß wir Daniela und Christoph morgen unterstützen !


Antworten Zitieren20.10.2012 00:51 Uhr - Autor: B+L - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Klar - der Container ist nicht wirklich schön (aber das lässt sich ja ändern)
Herr Kopp hat mir mal ein Foto gezeigt, wie schön der Kiosk zu Kaisers Zeiten aussah (so etwas könnte man dort mit modernen Materialien wieder installieren)

Der Standort jedenfalls ist historisch (und hat als solcher unser aller Respekt verdient)

Ahoi - bis nachher


Antworten Zitieren20.10.2012 00:56 Uhr - Autor: B+L - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Schon wenige Minuten nach diesem Beitrag erhielt ich folgende Nachrichten:

Eine facebook-Userin schrieb, dass sie leider durch Urlaub verhindert sei, aber sie drücke uns die Daumen.
Sie sei auch der Meinung, daß private Geschäfte in unserem Städtchen unbedingt unterstützt werden müssten, damit sie weiterhin hier ihr Brot verdienen könnten, um uns vom Einerlei abheben, den man in fast allen Europäischen Städten vorfände.
Überall seien nur noch Kettenläden ,alles uniformiert.

Eine Gewerbetreibende wünschte per Mail der Familie Alles spontan (mitten in der Nacht) viel Erfolg von ganzem Herzen , eine Stadt die so mit ihren Bürgern und Geschäftsleuten umgehe, solle sich schämen


Antworten Zitieren21.10.2012 12:36 Uhr - Autor: B+L - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Unter https://www.facebook.com/?ref=tn_tnmn#!/groups/355939894492797/ schreibt ein Oberurseler Bürger, dass es der Stadt nicht vordringlich um den Kiosk, sondern um "Stadtbildbereinigung" und Oberursels "klinisch reines" Wachstum ginge (die durchaus interessanten Kommentare zur Hohemarkstrasse lasse ich hier mal weg, da sie nur indirekt mit dem Thema zu tun haben)

Bei dem Kiosk ginge es um das Vergnügen, das die vielen Besucher aus der Behindertenwerkstatt hätten, wenn sie mit Bahn und Bus anreisten, ihren Kaffee tränken, ein Brötchen essen und dann vergnügt zur Arbeit gingen....



Unter https://www.facebook.com/?ref=tn_tnmn#!/events/358680320885687/ entschuldigten sich einige, daß sie wegen Urlaub (die Demo fand mitten in den Herbstferien statt!) leider nicht teilnehmen konnten und wünschten den zuhause gebliebenen viel Erfolg.

Auf die Frage, wie es denn lief, wurde geschrieben, daß reichlich Presse vertreten gewesen sein sollte - und ansonsten die Stimmung durchweg und lautstark PRO Kiosk und das damit verbundene Leben am Bahnhof war.

In beiden Gruppen wurde eingeräumt, daß in einem einzigen Punkt dem ebenfalls anwesenden Bürgermeister Hans-Georg Brum zugestimmt werden solle:
Das Problem des ruhenden Verkehrs bedürfe einer positiven Klärung.

Den Kiosk einfach zu "entfernen", sei allerdings KEINE Lösung!

Wie eine facebook-userin bereits schrieb:
"So könne man mit seinen Bürgern und Gewerbetreibenden nicht umgehen!"


Antworten Zitieren21.10.2012 19:02 Uhr - Autor: ?MERLIN! - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

. . . uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii . . .

>Wie eine facebook-userin bereits schrieb:
"So könne man mit seinen Bürgern und Gewerbetreibenden nicht umgehen!"

... Man tut es allerdings ...


Antworten Zitieren22.10.2012 21:07 Uhr - Autor: Waldbock - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Aus der TZ...
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...Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) begründete das Aus des Kiosks mit der künftigen Verkehrsplanung, die allerdings noch nicht feststehe. "Wir werden zu einer neuen Verkehrsführung kommen und wissen noch nicht, wie die Belastungen sind. Wir wollen nicht, dass am Kiosk kurz geparkt wird. Wir brauchen einen Verkehrsfluss und Sicherheit für Fußgänger", so der Bürgermeister, der für diese Aussagen Protestrufe erntete. Mit dem neuen Bahnhof habe die Stadt den Platz belebt, sagte Brum, begleitet von Buh-Rufen.

"Was soll an dem Platz schöner sein, wenn er leer ist", fragte ein Bürger. "Es kann sein", so der Bürgermeister, "dass in zwei Jahren hier wieder ein Kiosk eröffnet wird. Aber wir können nicht vorgreifen." Warum der Vertrag des Kioskbetreibers nicht bis dahin verlängert werde? Diese Frage, die Redner stellten, ließ Brum unbeantwortet.

Den Demonstranten warf Brum vor, dass sie erst auf die Schließung reagieren, wenn die Entscheidung schon gefallen sei und nicht vorher. Sprecherinnen der Demo bot der Bürgermeister ein Gespräch an, dem Betreiber-Ehepaar nicht.

Der Betreiber hatte vor, einen Pavillon für 150 000 Euro in Modulbauweise zu errichten – wie es sie auf der Zeil in Frankfurt gibt, plus zweier öffentlicher Toiletten. Mit Oberursel hätte er einen Pachtvertrag geschlossen. Nach der Abschreibung, nach 10 bis 15 Jahren wäre der Pavillon ins Eigentum der Stadt übergegangen, so Alles. sob (sob)
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- Im Bauplan sei kein Kiosk vorgesehen, hieß es mal
- eine neue Verkehrführung ist geplant und mal wolle
keine Kurzparker
- vielleicht gib es in 2 Jahren wieder ein Kiosk
- Bürger reagieren erst dann, wenn die Entscheidung
schon gefallen ist. (Gehts noch?)

Sicher - vielleicht hätte Familie Alles bereits vor einigen Wochen... Monaten...demonstrieren sollen. Hätts was gebracht?
Nur weil im Bauplan kein Kiosk vorgesehen war, heißt das nicht, dass man dort keinen errichten kann - er steht ja jetzt auch!
Und richtig: Was soll man mit diesem öden leeren Platz?
Im Bauplan für das Hallenbad stand sicher auch nix drin von heiligen Kühen, die man schlachten könnte und man tut es - weil man es will, das Bad!

Erkenntnis: Wo ein Wille - da auch ein Weg liebe Stadt! (War schon mein Satz bei den Toiletten am Rathausplatz betreffend OSO)

Zumal alle Argumente für den Kiosk sprechen. Mit der Schließung verliert Oberursels Bahnhof somit einen Teil seiner Gastlichkeit!

Zu erreichen, dass bei einer neuen Verkehrführung die Autos nicht am Straßenrand halten, dürfte sicher auch machbar sein. Sei es mit Pollern oder anderen Mitteln - oder halt eben einer geschickten Verkehrsführung.

In zwei Jahren steht vielleicht wieder ein Kiosk dort ... Baldrian fürs Volk! Denn es wäre sinnvoller, mit dem jetzigen Kiosk quasi als Test zu starten. Klappts nicht - könnte der Kisok demontiert werden.

Und über die "Schönheit" des Kiosk lässt sich streiten.

Vor einigen Jahren hat man über das hässliche Südzucker-Haus geschimpft, den Betonklotz. Inzwischen wachsen immer mehr solcher Betonklötzer auf Orscheler Grund. Die Stadt verliert Schritt für Schritt an Flair.
Da geht dieser kleine Kiosk im Rauschen unter - wobei ich ihn gar nicht so unschön finde.

Es ist traurig zu sehen, wie hier trotz durchweg guter Argumente einfach der Wille durchgesetzt wird. Natürlich - gesetzlich alles korrekt und vorschriftsgemäß.

Lokkis Büsche werden also bald Pipi-gelb eingehen, oder die Busse fahren später ab, weil der Fahrer ja länger braucht zum Bahnhof zu laufen.

Ich persönlich bin kein Kioskkunde. Doch über 1000 Bürgerstimmen sollten doch schon zum nachdenken anregen!
Ist übrigens auch eine Art Bürgerengagement, dass man nicht übersehen sollte!


Antworten Zitieren23.10.2012 09:21 Uhr - Autor: Waldbock - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Die TZ schreibt:

...Den Demonstranten warf Brum vor, dass sie erst auf die Schließung reagieren, wenn die Entscheidung schon gefallen sei und nicht vorher. Sprecherinnen der Demo bot der Bürgermeister ein Gespräch an, dem Betreiber-Ehepaar nicht.


Die FNP schreibt:

...Brum sagt, er nehme die Eindrücke von der Demonstration mit in den Magistrat. Er will vorschlagen, noch einmal in Gespräche zu treten.


WAS DENN NUN (auch typisch Presse)
Bedeutet die Aussage der FNP, dass es ggf ein Einlenken gibt und die Schließung des Kiosk doch noch nicht so ganz besiegelt ist?
Das entspräche etwa dem, was ich als begrüßenswerte Reaktion erwartet hätte.


Antworten Zitieren24.10.2012 00:36 Uhr - Autor: ?MERLIN! - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

. . . uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii . . .

>Aus der TZ...
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>...Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) begründete das Aus des Kiosks mit der künftigen >Verkehrsplanung, die allerdings noch nicht feststehe. "Wir werden zu einer neuen >Verkehrsführung kommen und wissen noch nicht, wie die Belastungen sind.


Eine heutige / derzeitige Verkehrsplanung sieht eine künftige Verkehrsführung
mit - hoffentlich - allen notwendigen Überlegungen vor -
zumindest ohne das Kiosk.

Eine KÜNFTIGE Verkehrsplanung (die allerdings noch nicht feststeht) sieht an dieser Stelle
vielleicht u.a. einen Hubschrauber-Landeplatz vor ...


Nix genaues waas mer net -
Mer mungelt halt nur ...


24.10.2012 09:21 Uhr - Autor: B+L - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Ui,
einen Hubschrauberlandeplatz hat auch nicht jeder vor seinem Schlafzimmerfenster...


01.12.2012 10:22 Uhr - Autor: Bernd-at-Lokki - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

http://www.oberurselerstadtkurier.de/

Aktuelles aus Oberursel?
ZDF dreht den "Hammer der Woche" am Bahnhof in Oberursel
Freitag, 30. November 2012: von 6 Uhr morgens bis zum frühen Nachmittag nahm sich ein Kamera-Team des ZDF Zeit für den Dreh im Kiosk von Christoph und Daniela Alles am Oberurseler Bahnhof.

Dabei führten sie mehrere Interviews mit den beiden, befragten aber auch Laufkundschaft und langjährige Stammkunden zur endgültigen Schließung am 14. Dezember 2012.

Sehr schnell bekamen Kameramann Guido Saum und Markus Bonkowski vom ZDF? eine Vorstellung davon, was sich tatsächlich hinter der Institution? "KIOSK am Bahnhof" verbirgt...

Zu sehen ist der Kurzfilm "Streit um Kiosk in Oberursel?" unter dem Motto "Hammer der Woche" im ZDF Länderspiegel am Samstag, den 01. Dezember um 17:05 Uhr. (M.R.)


01.12.2012 10:34 Uhr - Autor: Bernd-at-Lokki - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Wer Samstags nachmittags keine Zeit hat, kann das natürlich auch hier anschauen:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/hauptnavigation/sendung-verpasst


02.12.2012 23:05 Uhr - Autor: ?MERLIN! - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

. . . uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii . . .

... und was hat es gebracht ...?


04.12.2012 10:45 Uhr - Autor: Bernd-at-Lokki - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Ui - Nix !!!
Heute dreht wohl Rhein-Main-TV am Kiosk
...aber selbst wenn wir den Papst einflögen, würde das unsere Schildbürger nicht in Bewegung bringen.



Hier eine kurze Chronologie aus dem Stegreif:

Einen Kiosk gab es dort schon zu Kaiser´s Zeiten (damals ein kleiner runder Tempel aus Glas und Eisen a la Eiffel)
Die Familie Alles betreibt den Kiosk nun schon seit 24 Jahren.
Vor dem Hessentag musste der Kiosk den Bauarbeiten weichen und wurde in einem Container zwischen unserem Haus und dem Springbrunnen "abgestellt"
Eineinhalb Jahre nach dem Hessentag soll er nun ganz weg - er ist nach 24 Jahren "nicht mehr erwünscht"
Im November 2012 veranstalteten engagierte Kunden eine Demo und sammelten 1400 Unterschriften
Alle regionalen Zeitungen berichteten positiv über die "Institution Kiosk" am U-Bahnhof Oberursel
Am 22.12.2012 wurde ein Eilantrag durch die neue Schwimmbadkoalition im Stadtparlament abgelehnt
Am 26.11.2012 stellte man in einem Gespräch mit dem Rathaus fest, daß dem Stadtparlament falsche Informationen zugespielt wurden
Am 30.11.2012 drehte das ZDF hier "den Hammer der Woche" (siehe oben)
Am 03.12.2012 beantragte eine engagierte Kundin ein Bürgerbegehren, welches noch am gleichen Tag aus formalen Gründen abgelehnt wurde.

Am 04.12.2012 wird versucht, den Antrag entsprechend umzuformulieren (juristische Hilfe willkommen):

Der ursprüngliche Beschluss des Stadtparlaments war im Jahr 2010.
Um gegen diesen Beschluss ein "kassierendes" Bürgerbegehren einleiten zu können, ist die Frist abgelaufen.
Am 22.11.2012 kam kein neuer Beschluss zustande, da der Eilantrag per Abstimmung durch das Stadtparlament abgelehnt wurde.
Man müsste also ein allgemeines Begehren formulieren, welches sich allerdings nicht gegen Beschlüsse des Stadtparlaments richten darf.
Das wiederum würde bedeuten, daß der Kiosk zunächst abgerissen würde und dann der Standort erneut öffentlich ausgeschrieben werden müsste.
Die Familie Alles darf sich dann nach 24 Jahren erfolgreicher Selbstständigkeit und einigen Monaten Zwangspause gnädigerweise erneut um "ihren" Kiosk bewerben - mit wenig Aussicht auf Erfolg !

Ohne Bürgerbegehren bliebe der Platz zwischen U-Bahn und Busbahnhof für alle Zeiten komplett frei.

Links und Presseberichte unter http://www.phorumursellis.de/viewtopic.php?t=94914


12.12.2012 18:24 Uhr - Autor: Bernd-at-Lokki - Heute Demo: Rettet das U-Bahn-Kiosk !

Dank der intensiven und freundlichen Unterstützung des Einwohnermeldeamts steht nun die Unterschriftenliste zum Bügerbegehren als PDF zum Download bereit:

http://www.phorumursellis.de/Kiosk_BB_Unterschriftenliste.pdf

Ausdrucken, möglichst viele Freunde, Bekannte und Verwande unterschreiben lassen und dann abgeben

1. am U-Bahn-Kiosk - solange es noch steht (durchgehend geöffnet von 05:00 bis 19:00)

2. am Computerladen direkt gegenüber des Kiosks (während der Unterschriftenaktion durchgehend geöffnet von 07:00 bis 20:00)

Die Liste liegt bereits in verschiedenen Einzelhandelsgeschäften aus.

Vielen vielen Dank allen Helfern und Unterstützern !!!

PS:
Für alle, die NICHT in Oberursel wahlberechtigt sind, haben wir eine abgespeckte Liste erstellt, mit der sie einfach nur so ihre Solidarität bekunden können:
http://www.phorumursellis.de/Kiosk_BB_Unterschriftenliste_Kinder.pdf

Weitere Informationen unter
http://www.phorumursellis.de/viewtopic.php?p=98039#jmp_today


Zuletzt bearbeitet von ... am 13.12.2012, 20:36, insgesamt 5-mal bearbeitet


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